Die Stadt Vancouver wurde im August Schauplatz eines historischen Fußballmoments: Thomas Müller, einer der größten und beliebtesten Spieler in der Geschichte des FC Bayern München, hat offiziell sein neues Abenteuer bei den Vancouver Whitecaps begonnen. Nach mehr als 750 Spielen und 30 großen Titeln mit dem deutschen Rekordmeister sorgt Müllers Wechsel über den Atlantik in Kanada und weit darüber hinaus für Begeisterung – und sein Debütspiel bewies sofort, warum.
Die Atmosphäre im BC Place Stadium war elektrisierend, als Trainer Jesper Sørensen Müller erstmals einwechselte. Als der Stadionsprecher „unsere Nummer 13“ ankündigte, ging ein Gänsehautschauer durch die Ränge. Besonders emotional war es für die Mitglieder des Fanclubs „Mia san Vancouver“, die bisher nur aus der Ferne für ihren Helden jubeln konnten. Nun sahen sie ihn plötzlich live in ihrem eigenen Stadion.
Beinahe hätte Müller sein Debüt mit einem Traumtor gekrönt: Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung fand er in typischer Manier Raum, zog aus 20 Metern ab und versenkte den Ball im Eck. Zwar wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung annulliert, doch der Jubel der Fans blieb unvergessen. „Was für ein Moment – ich werde das für den Rest meines Lebens nicht vergessen“, schwärmte Artikas Keschvari, Gründer von Mia san Vancouver. Müller selbst erklärte gerührt: „Die Art, wie die Fans ausgeflippt sind, und die Reaktion meiner Mitspieler – das war fantastisch.“
Doch Müllers Ankunft bedeutet mehr als nur einen sportlichen Impuls. In einer Stadt, die traditionell vom Eishockey geprägt ist, entfacht er eine neue Fußball-Euphorie. Viele Whitecaps-Anhänger glauben, dass der Weltmeister von 2014 die Mannschaft mit seiner Erfahrung und Führungsqualität in Richtung MLS-Titel führen kann – ein Triumph, den bisher nur Toronto FC nach Kanada holte. Mit Blick auf die WM 2026 in Vancouver erscheint der Zeitpunkt seines Wechsels beinahe poetisch.
Schon in seinem zweiten Spiel hat Müller seinen ersten Treffer erzielt – ein weiteres Signal, dass er gekommen ist, um Spuren zu hinterlassen. Für Fans weltweit ist seine Verpflichtung mehr als nur ein Transfer: Sie ist eine kulturelle Brücke zwischen europäischem Spitzenfußball und der wachsenden Szene in Nordamerika.
Für die Gemeinschaft von Mia san Vancouver, die nach Deutschlands WM-Sieg 2014 gegründet wurde, fühlt sich Müllers Präsenz wie Bestimmung an. Ihre Gesänge verbinden nun bayrische Fußballtradition mit kanadischer Leidenschaft – ein Symbol, wie Fußball Kontinente vereinen kann.
In Vancouver ist längst klar: Thomas Müller spielt hier nicht nur Fußball – er inspiriert eine Stadt, entfacht Hoffnung und schreibt ein neues Kapitel seiner einzigartigen Karriere in Blau und Weiß.