In München liegt bereits jetzt eine neue Atmosphäre in der Luft. Fünf Spiele in der neuen Saison, und Vincent Kompanys Bayern München sind nicht nur ungeschlagen – sie sind unangreifbar. Mit fünf Siegen aus fünf Partien, 22 erzielten Toren, nur sechs Gegentoren und einer bereits gewonnenen Trophäe ist die Botschaft klar: In der Allianz Arena beginnt eine neue Ära.
Als Kompany in diesem Sommer als Bayern-Trainer vorgestellt wurde, runzelten viele die Stirn. Der Belgier hatte mit Burnley Talent und Ideen gezeigt, doch der Sprung zum deutschen Rekordmeister schien gewaltig. Würde er dem Druck standhalten? Würde er mit den Stars, den Erwartungen, dem Zwang zum Erfolg umgehen können? Nach den ersten fünf Spielen scheint die Antwort eindeutig: Ja.
Bayern unter Kompany wirkt wie neu geboren. Das Offensivspiel ist elektrisierend, geprägt von gnadenlosem Pressing und schnellen Kombinationen im letzten Drittel. Die Tore fallen wie am Fließband – 22 in nur fünf Partien – ein klares Signal, dass diese Mannschaft über eine Offensivkraft verfügt, die jeden Gegner überrollen kann. Doch es geht nicht nur um die Tore. Man spürt Hunger, Biss und Geschlossenheit – Eigenschaften, die zeigen, dass Kompanys Persönlichkeit bereits in die Kabine durchgedrungen ist.
Die Abwehr, wenn auch nicht makellos mit sechs Gegentreffern, zeigt neue Härte. Spieler werfen sich in Zweikämpfe, laufen kompromisslos zurück und verkörpern jene kollektive Leidenschaft, die Kompany schon als Spieler auszeichnete. Seine Handschrift ist unverkennbar: Leidenschaft, Disziplin, Widerstandskraft.
Und dann ist da der Titel. Schon so früh in der Saison ein Pokal – das ist mehr als nur ein Eintrag in die Sammlung des FC Bayern. Es ist ein Symbol, ein Statement. Kompany hat die Richtung vorgegeben: Bayern will nicht nur mithalten, sondern dominieren.
Die Fans, anfangs skeptisch, beginnen zu träumen. Die Allianz Arena bebt, Banner mit Kompanys Namen wehen über den Rängen. Europas Rivalen beobachten das Geschehen mit wachsender Sorge. Ein Bayern, das so hungrig und geeint auftritt, darf niemand unterschätzen.
Natürlich ist es noch früh in der Saison, und der Fußball kennt seine eigenen Gesetze. Doch Kompany hat nicht nur Ergebnisse geliefert, sondern auch etwas viel Wertvolleres: Hoffnung, Euphorie und das Gefühl, dass Bayern München vor etwas Magischem steht.
Die Frage lautet längst nicht mehr, ob Kompany nach München passt. Die Frage ist: Wie weit kann er sie führen?