– und ein Torwart in göttlicher Form. Manuel Neuer, der Titan von München, ist zu seinem Thron zurückgekehrt. Er dirigiert Bayerns Abwehr wie ein General, der seine Truppen in die Schlacht führt. Ganz Europa staunt, wie er jeden Schuss, jede Hoffnung seiner Gegner zunichtemacht. Es ist jene Form, die Legenden schreibt – und die einem Mann eigentlich den Platz im Herzen seiner Nationalmannschaft sichern sollte.
Doch nicht so beim DFB.
Während Neuer Bayern zu neuen Höhenflügen trägt, hält der Deutsche Fußball-Bund unbeirrt an seinem „Plan“ fest – einer Vision, die mehr nach Bürokratie, Eitelkeit und Sturheit riecht als nach sportlicher Vernunft. Rudi Völler und die Nationalmannschaftsplaner betonen, man „baue für die Zukunft“. Doch dabei drohen sie, die Gegenwart zu opfern. Das deutsche Tor, einst eine uneinnehmbare Festung, wankt.
Der DFB-Plan wirkt fast schon tragikomisch. Ein Torhüter für die Ewigkeit steht bereit – doch der Verband entscheidet sich für Zögern statt für Größe. Man behauptet, Neuers Zeit sei vorbei, die Jugend müsse übernehmen. Dabei sind die Auserwählten verletzt, unsicher oder schlicht außer Form. Der eine „arbeitet am Comeback“, der andere „entwickelt sich“, ein dritter „wartet auf Rhythmus“. Währenddessen hält Neuer jede Minute, jede Parade, jeden Jubel der Allianz Arena fest in seinen Händen.
Fans im ganzen Land schütteln den Kopf. In sozialen Netzwerken lodert die Empörung. „Ein Plan?“, schreibt ein Kommentator. „Ein Plan für was – ein neues 2018?“ Das Debakel von damals hängt wie ein dunkler Schatten über der Nation – eine Mahnung, was passiert, wenn Vision wichtiger ist als Realität.
Rudi Völler gibt sich diplomatisch und beteuert, der Verband wisse genau, was er tue. Doch das Vertrauen bröckelt. Deutschland kann sich keine weiteren Irrtümer leisten – nicht mit der EM vor der Tür, nicht mit einem Weltklasse-Torhüter, der Woche für Woche beweist, dass er noch lange nicht am Ende ist.
Manuel Neuer ist mehr als ein Spieler. Er ist ein Symbol – für Mut, Erfahrung und Trotz gegen die Zeit. Seine Handschuhe, einst Zeichen der Dominanz, sind nun Sinnbild für das größte Versäumnis des DFB. Kaum ein Kapitel im deutschen Fußball wirkt so widersprüchlich wie dieses: ein Meisterwerk, das man ignoriert, ein Held, den man übergeht – und ein Verband, der sehenden Auges dem nächsten Sturz entgegenschreitet.
Die Geschichte wartet – wieder einmal.