Borussia Dortmunds Sommerneuzugang Jobe Bellingham kam mit riesigen Erwartungen – und einem großen Namen. In die Fußstapfen seines Bruders Jude zu treten, der beim BVB zum Weltstar aufstieg, war von Anfang an keine leichte Aufgabe. Doch nur wenige Wochen nach Saisonbeginn erlebt Jobe einen schwierigen Start, der für Gesprächsstoff sorgt.
Der ehemalige Nationalspieler und TV-Experte Dietmar Hamann hat nun öffentlich Alarm geschlagen. In einer Sendung des deutschen Fernsehens sparte er nicht mit Kritik an dem 19-jährigen Mittelfeldspieler.
„Im Moment ist er nicht einmal halb so gut wie Jude es in seinem Alter war“, sagte Hamann. „Er wirkt oft verloren, weiß nicht genau, welche Rolle er spielen soll – und das ist bedenklich für einen Verein, der auf seine schnelle Entwicklung setzt.“
Der Wechsel aus der englischen Championship in die Bundesliga war für Jobe von Anfang an eine große Herausforderung. Nach einer starken Saison beim FC Sunderland, in der er mit seiner Physis und Übersicht überzeugte, sollte er bei Dortmund frischen Schwung ins Mittelfeld bringen. Stattdessen kämpft er mit Schwankungen in seinem Spiel und mit dem immensen Druck, ständig mit seinem Bruder verglichen zu werden.
Trotz einiger Lichtblicke – wie einer cleveren Vorlage gegen Augsburg und ordentlichen Ballaktionen – gelang es Jobe bisher nicht, das Spiel entscheidend zu prägen. Beobachter sehen eine gewisse Verunsicherung, während Kritiker monieren, Dortmund habe ihn zu früh in ein System geworfen, das sowohl taktische Reife als auch mentale Stärke erfordert.
Hamanns Aussagen haben eine breite Diskussion ausgelöst. Viele Fans halten seine Worte für zu hart und verweisen darauf, dass Bellingham noch am Anfang seiner Entwicklung steht. Andere wiederum teilen seine Bedenken, da der BVB im Titelrennen mit Bayern München auf sofortige Leistung angewiesen ist.
Im Verein selbst gibt man sich gelassen. Trainer Edin Terzić betonte, dass „Entwicklung Zeit braucht“ und Jobe „die richtige Einstellung hat, um daraus zu lernen“.
Nun steht die entscheidende Frage im Raum: Kann Jobe denselben Weg einschlagen wie Jude, der anfangs ebenfalls kritisiert wurde, bevor er zu einem der besten Mittelfeldspieler Europas reifte?
Wird es ihm gelingen, die Kritiker zum Schweigen zu bringen und sich seinen eigenen Namen beim BVB zu machen – oder ist die Last des Familiennamens zu groß?
Nur die kommenden Spiele werden zeigen, aus welchem Holz Jobe Bellingham wirklich geschnitzt ist.