München – Der FC Bayern München steht heute Abend vor einem besonderen Meilenstein: Seit beeindruckenden 465 Minuten hat der deutsche Rekordmeister in der Bundesliga zu Hause kein Gegentor mehr kassiert. Mit fünf Zu-Null-Spielen in Folge hat die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany nicht nur ihre Defensive stabilisiert, sondern auch die Erinnerung an glorreiche Zeiten unter Ottmar Hitzfeld geweckt.
Ein weiterer Zu-Null-Erfolg heute würde den Vereinsrekord aus der Saison 1998/99 einstellen – damals gelang es Hitzfelds Team, mit Verteidigern wie Lothar Matthäus, Thomas Linke und Samuel Kuffour, sechsmal in Serie daheim ohne Gegentor zu bleiben. Nun könnten Manuel Neuer, Matthijs de Ligt und Kim Min-jae diese historische Bestmarke wieder erreichen.
„Natürlich wissen wir, dass das etwas Besonderes wäre“, sagte Kapitän Manuel Neuer im Vorfeld der Partie. „Aber für uns zählt in erster Linie der Sieg. Wenn wir zu null spielen, ist das das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung – vom Sturm bis zur Abwehr.“
Auch Trainer Kompany zeigte sich stolz auf die Entwicklung seiner Defensive: „Wir haben viel an der Kompaktheit gearbeitet. Die Mannschaft versteht jetzt besser, wann sie Druck machen und wann sie tief stehen muss. Diese Balance ist entscheidend.“
Bayerns Gegner heute Abend, Eintracht Frankfurt, reist mit gemischten Gefühlen an die Isar. Während die Hessen offensiv zuletzt überzeugten, wissen sie um die fast unüberwindbare Münchner Abwehr. „Wir müssen mutig sein und unsere Chancen suchen“, erklärte Eintracht-Coach Dino Toppmöller, der selbst als ehemaliger Bayern-Assistent den Klub bestens kennt.
Statistisch spricht vieles für die Münchner: In den letzten fünf Heimspielen kassierten sie nicht nur kein Tor, sondern ließen im Schnitt lediglich 2,8 Schüsse aufs Tor pro Spiel zu – ein Spitzenwert in Europas Top-Ligen. Zudem erzielten sie in dieser Phase selbst 16 Treffer, was die defensive Stabilität mit offensiver Durchschlagskraft verbindet.
Ein sechstes Zu-Null-Spiel in Folge wäre nicht nur ein Prestigeerfolg, sondern auch ein Signal an die Konkurrenz: Der FC Bayern ist zurück in alter Dominanz. Sollte es gelingen, könnte der neue Rekord schon kommende Woche in Dortmund gebrochen werden – ein Szenario, das ganz Fußball-Deutschland elektrisieren würde.
Eines ist sicher: Heute Abend steht in der Allianz Arena nicht nur ein Spiel auf dem Programm, sondern ein Stück mögliche Vereinsgeschichte.