In einer überraschenden Wendung hat Bayern-München-Ikone Sepp Maier öffentlich dazu aufgerufen, dass der Ehrenpräsident des Vereins, Uli Hoeneß, sich aus seiner einflussreichen Rolle im Klub zurückzieht. Der 80-jährige ehemalige Torhüter, bekannt für seine Offenheit und seine tiefe Verbundenheit mit dem Rekordmeister, äußerte sich in einem Interview mit einem Münchner Sportmagazin Anfang dieser Woche.
Maier, der über zwei Jahrzehnte für den FC Bayern spielte und bis heute eine der respektiertesten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte ist, erklärte, dass Hoeneß’ Beitrag für den Klub „unschätzbar“ sei – doch nun sei möglicherweise die Zeit für einen Wandel gekommen.
„Uli hat alles für diesen Verein getan – vom finanziellen Wiederaufbau in den 1970er Jahren bis zur Entwicklung Bayerns zu einem globalen Spitzenverein“, sagte Maier. „Aber jede große Ära muss irgendwann enden. Es ist Zeit, Platz für die nächste Generation zu machen – für neue Ideen und neue Energie.“
Die Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem innerhalb des Vereins verstärkt über die zukünftige Ausrichtung diskutiert wird. Hoeneß, der 1979 nach seinem frühen Karriereende als Spieler ins Management wechselte, zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Stimmen an der Säbener Straße. Obwohl er 2019 offiziell als Präsident zurücktrat, übt er hinter den Kulissen weiterhin erheblichen Einfluss aus.
Insider berichten, dass Maiers Worte eine wachsende Stimmung unter ehemaligen Spielern und jüngeren Führungskräften widerspiegeln, die der Meinung sind, Bayern müsse seine Führungsstruktur modernisieren. „Es gibt großen Respekt vor Uli, aber die Zeiten ändern sich“, sagte eine anonyme Quelle gegenüber deutschen Medien. „Der Fußball entwickelt sich weiter – und Bayern muss sich ebenfalls weiterentwickeln.“
Hoeneß selbst hat bislang nicht öffentlich auf Maiers Aussagen reagiert, doch Personen aus seinem Umfeld berichten, dass er „überrascht“ gewesen sei. Der für sein Temperament und seine starken Meinungen bekannte Hoeneß könnte das Thema entweder offen ansprechen oder weiterhin diskret aus dem Hintergrund agieren.
Maier betonte jedoch, dass seine Worte keineswegs als Kritik gemeint seien, sondern aus Freundschaft und Ehrlichkeit kämen. „Ich sage das als Freund“, fügte er hinzu. „Uli ist Bayern durch und durch. Aber vielleicht ist der größte Dienst, den er dem Klub jetzt noch erweisen kann, anderen das Ruder zu überlassen.“
Während Bayern München weiterhin nach Stabilität und Richtung sucht, haben Maiers Worte eine neue Debatte entfacht – eine, die die Zukunft des Vereins maßgeblich prägen könnte.