Kaum hat Michael Olise seine ersten Spiele in der Bundesliga absolviert, schon scheint die Liga Kopf zu stehen. Der junge Franzose mit nigerianischen Wurzeln hat in nur wenigen Wochen geschafft, was vielen Stars in Jahren nicht gelingt: Er hat die Fans verzaubert – und die Kritiker gespalten.
Ob seine butterweichen Dribblings, seine frechen Lupfer oder sein unnachahmlicher erster Kontakt – Olise spielt Fußball, als würde er in einer anderen Dimension denken. In den Stadien herrscht elektrisierende Spannung, sobald der Ball zu ihm kommt. Die Zuschauer lehnen sich nach vorne, ahnen: Jetzt passiert etwas. Und meistens passiert auch etwas.
Doch wie so oft im modernen Fußball, dauert es nicht lange, bis die Stimmen der Skepsis laut werden. „Zu arrogant!“, „Zu verspielt!“, „Zu lässig!“ tönt es aus den Kommentarspalten und TV-Studios. Ein Experte meinte gar: „Das ist Showfußball, kein Profi-Fußball.“
Aber sind diese Vorwürfe nicht gerade das größte Kompliment? Wenn ein Spieler provoziert, polarisiert, Emotionen weckt – ist das nicht genau das, was der Sport braucht? Olise ist kein Maschinenfußballer, kein Produkt der Perfektion. Er ist ein Künstler, einer, der Risiken eingeht, weil er an die Schönheit des Spiels glaubt.
Sein Trainer verteidigt ihn: „Michael ist anders – und das ist gut so. Wir brauchen Spieler, die mutig sind, die überraschen. Wenn alle gleich spielen würden, wäre Fußball langweilig.“ Auch in der Kabine, so hört man, ist Olise beliebt – ruhig, konzentriert, bescheiden. Auf dem Platz aber verwandelt er sich in einen Dirigenten des Chaos, einen Virtuosen des Unberechenbaren.
Während die Kritiker nach Erklärungen suchen, genießen die Fans jede Sekunde. Trikots mit der Nummer 7 sind ausverkauft, Kinder imitieren seine Bewegungen auf Bolzplätzen, und Social Media feiert ihn als „den neuen Zauberer der Bundesliga“.
Vielleicht ist das die eigentliche Magie von Michael Olise: Er erinnert uns daran, warum wir Fußball lieben. Nicht wegen der Statistiken oder der Taktiktafeln – sondern wegen dieser Momente, in denen Genie und Wahnsinn sich berühren.
Und so bleibt am Ende nur eine Frage: Wenn das Arroganz ist – dann bitte mehr davon.