– Es ist ein goldener Herbst für die Domstadt. Der 1. FC Köln, der zu Saisonbeginn von vielen Experten als Abstiegskandidat gehandelt wurde, steht überraschend an der Tabellenspitze der Bundesliga. Trainer Lukas Kwasniok, der im Sommer von Paderborn kam, hat in wenigen Monaten eine Mannschaft geformt, die mit Mut, Tempo und taktischer Disziplin begeistert.
„Wir haben keine Angst vor großen Namen“, erklärt Kwasniok in einem exklusiven Interview. „Unser Ziel ist es, Woche für Woche unsere Grenzen zu verschieben. Niemand hier denkt ans Verlieren.“ Der 42-Jährige gilt als akribischer Arbeiter, der auf moderne Trainingsmethoden und ein enges Vertrauensverhältnis zu seinen Spielern setzt.
Besonders bemerkenswert ist, dass Köln trotz zahlreicher Angebote aus dem In- und Ausland bislang keine Stammkräfte verloren hat. Leistungsträger wie Florian Kainz, Davie Selke und Dejan Ljubicic stehen weiterhin fest zum Verein. „Wir wollen keine Panikverkäufe im Winter. Jeder hier weiß, dass etwas Besonderes entstehen kann“, betont Sportdirektor Christian Keller.
Hinter den Kulissen arbeitet der Verein an einer langfristigen Strategie: Der Fokus liegt auf nachhaltigem Erfolg statt kurzfristiger Euphorie. Nachwuchstalente wie Max Finkgräfe und Justin Diehl erhalten regelmäßig Einsatzzeiten, während erfahrene Kräfte wie Timo Hübers und Marvin Schwäbe für Stabilität sorgen.
Die Fans, ohnehin bekannt für ihre Leidenschaft, träumen bereits von einer Rückkehr in den europäischen Wettbewerb. Nach dem jüngsten 3:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund hallte minutenlang „Europapokal!“-Gesang durch das RheinEnergieSTADION. Doch Kwasniok bleibt gelassen: „Träume sind schön, aber harte Arbeit ist schöner. Wir bleiben bescheiden.“
Analysten loben vor allem die taktische Flexibilität des Teams. Köln agiert wahlweise im 4-2-3-1 oder in einer dynamischen Dreierkette, abhängig vom Gegner. Mit aggressivem Pressing und blitzschnellen Umschaltmomenten erinnert das Spiel der Geißböcke an die besten Zeiten von Jürgen Klopp in Dortmund.
Ob der Höhenflug anhält, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Unter Lukas Kwasniok ist der 1. FC Köln wieder zu einem echten Bundesliga-Schwergewicht gereift – ehrgeizig, unbequem und hungrig nach mehr.
„Wir wissen, dass die Saison lang ist“, sagt Kwasniok abschließend. „Aber solange wir gemeinsam träumen, ist alles möglich.“