Ein turbulentes Wochenende sorgt für Unruhe bei Borussia Dortmund: Nach den hitzigen Fanprotesten beim Champions-League-Spiel gegen den FC Valencia hat die UEFA ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen den Verein eingeleitet. Grund dafür sind mehrere Banner auf der Südtribüne mit Aufschriften wie „UEFA-Mafia“ und „Fußball gehört den Fans, nicht den Funktionären“. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat zudem eine separate Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro wegen „unsportlichen Verhaltens der Anhänger“ ausgesprochen.
Laut dem UEFA-Bericht sollen während der ersten Halbzeit mehrere Pyrotechnik-Fackeln gezündet worden sein. Zudem seien die beleidigenden Banner minutenlang sichtbar gewesen, ohne dass der Verein ausreichend eingegriffen habe. „Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst“, erklärte ein UEFA-Sprecher am Montagvormittag. „Die Grenzen der Meinungsfreiheit enden dort, wo Institutionen diffamiert werden.“
Borussia Dortmund reagierte mit einem offiziellen Statement: „Wir distanzieren uns klar von beleidigenden Inhalten, teilen jedoch den Unmut vieler Fans über die zunehmende Kommerzialisierung des europäischen Fußballs. Wir werden die Ermittlungen selbstverständlich unterstützen.“ Gleichzeitig bat der Klub die Anhänger um Zurückhaltung und kündigte interne Gespräche mit Fanvertretern an.
Die DFB-Strafe bezieht sich hauptsächlich auf das Zünden von Pyrotechnik. Laut Verbandsausschuss sei dies bereits der dritte Vorfall in dieser Saison. „Die Sicherheit im Stadion steht an erster Stelle. Wir müssen klare Grenzen ziehen“, hieß es in der Mitteilung.
Unter den Fans sorgt die Sanktion jedoch für Empörung. In sozialen Netzwerken trendete der Hashtag #FreeTheFans, viele warfen der UEFA und dem DFB „Doppelmoral“ vor. „Wenn Vereine Millionen aus Saudi-Arabien annehmen, interessiert das niemanden. Aber wenn Fans ihre Meinung sagen, gibt’s Strafen“, schrieb ein User auf X (ehemals Twitter).
Wie hoch die mögliche UEFA-Strafe ausfallen könnte, ist derzeit unklar. Experten rechnen jedoch mit einer empfindlichen Geldbuße oder gar einer Teilsperrung der legendären Südtribüne. Eine Entscheidung wird für Ende nächster Woche erwartet.
Eines steht fest: Der Konflikt zwischen Fans, Verbänden und Funktionären über die Zukunft des Fußballs erreicht mit diesem Vorfall einen neuen Höhepunkt — und Borussia Dortmund steht dabei erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit