Bayer Leverkusen erleidet herben Rückschlag: Nathan Tella weiter verletzt – Hjulmand kämpft mit Sorgenfalten
Die Nachricht traf Bayer Leverkusen wie ein Donnerschlag an einem grauen Oktobermorgen: Star-Flügelspieler Nathan Tella wird weiterhin ausfallen – die hartnäckige Knieverletzung, die ihn seit Wochen plagt, hat sich nicht wie erhofft gebessert. Cheftrainer Kasper Hjulmand bestätigte die bittere Wahrheit auf der Pressekonferenz am Freitagmittag: „Nathan braucht mehr Zeit. Wir wollen kein Risiko eingehen – seine Gesundheit steht an erster Stelle.“
Seit seinem Wechsel aus Southampton war Tella zu einem der gefährlichsten Flügelspieler der Bundesliga aufgestiegen. Mit seinem explosiven Antritt, der präzisen Ballführung und seiner unerschütterlichen Siegermentalität hatte er sich rasch in die Herzen der Leverkusener Fans gespielt. Seine Tore und Assists waren ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgsrezepts der „Werkself“, die in dieser Saison den Anspruch erhoben hatte, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in Europa für Furore zu sorgen.
Doch nun steht Leverkusen vor einer echten Bewährungsprobe. Ohne Tella verliert die rechte Außenbahn an Tempo und Unberechenbarkeit. Hjulmand, der erst im Sommer das Ruder übernommen hat, versucht, den Ausfall taktisch zu kompensieren. Im Training experimentierte er mit verschiedenen Formationen – mal rückte Jeremie Frimpong eine Linie nach vorne, mal versuchte Jonas Hofmann, die Rolle des Flügelzünders zu übernehmen. Doch keiner konnte bislang die gleiche Dynamik entfalten, die Tella auf den Rasen bringt.
In den Katakomben der BayArena herrscht dennoch kein Pessimismus, sondern ein stiller, konzentrierter Trotz. Mannschaftskapitän Jonathan Tah erklärte nach der Trainingseinheit: „Nathan ist ein wichtiger Teil unseres Teams, aber wir sind stark genug, auch ohne ihn zu bestehen. Wir spielen für ihn – und mit ihm im Herzen.“ Worte, die zeigen, wie sehr Tella nicht nur sportlich, sondern auch menschlich fehlt.
Hinter den Kulissen arbeitet das medizinische Team fieberhaft daran, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Eine innovative Kombination aus Physiotherapie, Muskelstimulation und mentalem Training soll helfen, das Knie zu stabilisieren und das Vertrauen in den Bewegungsablauf zurückzubringen. Tella selbst bleibt optimistisch. Auf Instagram schrieb er am Donnerstag: „Ich komme stärker zurück. Geduld ist manchmal die härteste Disziplin.“
Doch die kommenden Wochen werden entscheidend. Leverkusen steht vor einem anspruchsvollen Spielplan: die Europa-League-Partien gegen Sporting Lissabon, das Bundesliga-Topspiel gegen Leipzig, und das Pokalachtelfinale gegen den 1. FC Köln. Ohne Tella droht das fein abgestimmte Offensivspiel ins Stocken zu geraten.
Hjulmand versucht, Ruhe auszustrahlen, doch seine Worte verraten die Anspannung: „Wir wissen, was Nathan uns gibt. Aber diese Mannschaft hat Charakter. Vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem wir zeigen müssen, dass wir mehr sind als elf Namen auf dem Papier.“
Die Geschichte um Nathan Tella ist noch nicht zu Ende geschrieben. Für Bayer Leverkusen wird sie zum Prüfstein – für ihre Tiefe, ihre Moral und ihren Glauben an den eigenen Weg. Doch eines ist sicher: Wenn Tella zurückkehrt, wird er nicht nur spielen. Er wird brennen.