Die sonst ruhige Küstenstadt im Norden des Landes ist über Nacht zum Zentrum weltweiter wissenschaftlicher Aufmerksamkeit geworden. Grund dafür ist ein mysteriöses Leuchtphänomen, das am späten Dienstagabend erstmals im Meer vor der Bucht von Nordhaven beobachtet wurde. Fischer, die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Rückweg in den Hafen befanden, berichteten von einem „gigantischen, sanft pulsierenden Licht, das aus der Tiefe zu kommen schien“.
Das Institut für Maritime Forschung (IMF) entsandte noch in derselben Nacht ein Team, um erste Messungen vorzunehmen. Dr. Lina Hartmann, die leitende Ozeanografin des IMF, erklärte am Mittwochmorgen auf einer improvisierten Pressekonferenz am Hafen: „Wir haben es hier mit einem völlig neuartigen Phänomen zu tun. Die Intensität des Lichts, seine rhythmische Struktur und seine scheinbar organische Bewegung passen in keines unserer bisherigen Modelle.“ Zwar seien biolumineszente Organismen in vielen Meeresregionen bekannt, doch die Ausdehnung des Leuchtens – rund zwei Quadratkilometer – sei absolut beispiellos.
Die Stadtverwaltung reagierte rasch und sperrte einen Teil der Bucht für Schiffsverkehr. Bürgermeister Torben Kessler rief die Bevölkerung zur Ruhe auf: „Wir stehen in engem Austausch mit den Experten. Es besteht aktuell kein Grund zur Sorge. Gleichzeitig möchten wir sicherstellen, dass niemand aus Neugier in gefährliche Situationen gerät.“
Während die Wissenschaftler noch über die Ursache rätseln, verbreiten sich in sozialen Medien die wildesten Spekulationen. Einige Nutzer vermuten einen bislang unbekannten Tiefseeorganismus, andere diskutieren über mögliche geologische Aktivitäten unter dem Meeresboden. Besonders populär ist die Theorie einer sogenannten „Lichtblase“, die angeblich durch chemische Reaktionen in einer unerforschten Algenart entsteht. Offizielle Bestätigungen hierfür gibt es jedoch nicht.
Das IMF plant nun eine Reihe weiterer Tauchgänge mit hochsensiblen Kameras und Sensoren. Erste Ergebnisse der Probenanalysen werden frühestens nächste Woche erwartet. Bis dahin bleibt Nordhaven im Ausnahmezustand – Touristen strömen in die Stadt, Hotels melden Rekordbuchungen, und lokale Restaurants nutzen das Interesse, um spezielle „Nordlicht-Menüs“ anzubieten.
Ob sich das geheimnisvolle Leuchten als Sensation oder Naturlaune entpuppt, ist noch unklar. Sicher ist nur eines: Nordhaven erlebt derzeit die aufregendsten Tage seiner Geschichte.
