Ein Moment der Selbstreflexion, Verantwortung und neuer Stärke: Karim Adeyemi steht im Mittelpunkt – und zeigt Größe.
Am Mittwochmorgen, noch bevor die Mannschaft überhaupt den Trainingsplatz betrat, herrschte beim BVB eine Atmosphäre der Ernsthaftigkeit. Ein Gespräch zwischen Klubchef Lars Ricken, Sportdirektor Sebastian Kehl und Karim Adeyemi stand an – ein Austausch, der nicht nur Klarheit schaffen, sondern auch die Weichen für die nächsten Schritte stellen sollte. Denn der 23-jährige Nationalspieler war zuletzt durch eine Schlagzeile aufgefallen, die weit über die Fußballwelt hinausging: ein Strafbefehl in Höhe von 450.000 Euro wegen illegalen Waffenbesitzes.
Für Borussia Dortmund war dieses Thema keines, das man unter den Teppich kehren konnte – und genau das tat man auch nicht. Ricken betonte gegenüber Sky Sport, wie ernst der Verein die Angelegenheit nehme. Doch er sprach ebenfalls eine wichtige, differenzierende Botschaft aus: Adeyemi habe seinen Fehler zutiefst bereut, niemand sei zu Schaden gekommen, und der Spieler gelte weiterhin als nicht vorbestraft. Ein entscheidender Punkt, der zeigt, dass trotz Fehlverhaltens Raum für Neubeginn und Entwicklung bleibt.
Im Gespräch mit den Verantwortlichen zeigte Adeyemi Reue, Einsicht – und vor allem die Bereitschaft, sein Verhalten zu ändern. Ricken machte deutlich, dass der Spieler ein klares Versprechen abgegeben habe, einen solchen Fehler nicht zu wiederholen. Beim BVB schenkt man ihm weiterhin Vertrauen, ein Vertrauen, das der Offensivspieler nun in Taten umwandeln will.
Und genau das beginnt schon bald: Karim Adeyemi wird die Nordstadtliga besuchen, ein soziales Projekt im Herzen des Dortmunder Nordens, das eng mit der BVB-Stiftung „leuchte auf“ verbunden ist. Dort will er nicht nur präsent sein, sondern aktiv mitwirken. Gemeinsam mit den Kindern wird er Trainingseinheiten absolvieren, ihnen sportliche Impulse geben – aber vor allem ein Zeichen setzen: dass jeder Fehler Anlass sein kann, Verantwortung zu übernehmen und positiv in die Gesellschaft zurückzuwirken.
Für die Nordstadtliga ist Adeyemis Besuch ein Highlight, für die Kinder ein großes Vorbildmoment – und für den Spieler selbst eine Chance, etwas zurückzugeben, was im Fußball manchmal zu kurz kommt: Nähe, Werte, Vorbildfunktion.
Karim Adeyemi scheint begriffen zu haben, dass Größe nicht nur auf dem Platz entsteht, sondern vor allem außerhalb davon. Und genau das macht diese Geschichte so bemerkenswert.
