Neuer Zündstoff in Stuttgart: Free-Palestine ruft zum Boykott des VfB-Spiels gegen Maccabi Tel Aviv auf
In Stuttgart entzündet sich wenige Wochen vor dem brisanten Europa-League-Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv eine hitzige politische Debatte: Der Stuttgarter Ableger von Free Palestine hat eine Online-Petition gestartet, die den Verein auffordert, die Begegnung am 11. Dezember zu boykottieren.
In der Petition heißt es, das Spiel sei nicht nur sportlich, sondern eine „Frage der humanitären Verantwortung“. Die Aktivist*innen argumentieren, dass Maccabi Tel Aviv nicht hinreichend Stellung zu den aktuellen Gewalttaten im Gazastreifen beziehe. Gleichzeitig wurde eine vorformulierte E-Mail an VfB-Präsident Dietmar Allgaier verbreitet, in der konkrete Sicherheitsbedenken geäußert werden – verbunden mit der Forderung, das Spiel im Zweifel abzusagen.
Der VfB Stuttgart hat die Petition laut eigener Aussage zur Kenntnis genommen. Eine Absage liegt jedoch nicht in seiner Macht – zuständig wäre die UEFA. Stattdessen setzt der Verein auf intensive Vorbereitung in Abstimmung mit Polizei, Stadt und jüdischen Gemeinschaften, um am Spieltag eine „sichere, friedliche und respektvolle Atmosphäre“ zu gewährleisten.
Doch die Kampagne von Free Palestine spaltet die Anhängerschaft: Während einige Fans die Aktion begrüßen und das moralische Gewicht hinter dem Aufruf sehen, warnen andere vor einer Polarisierung, die den Sport in eine politische Arena verwandelt. Die Debatte reicht über die Kurven hinaus – sie stellt den VfB nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich ins Rampenlicht.
Ob der Sturm vor dem Anpfiff abklingen kann, bleibt offen. Klar ist aber: Dieses Spiel ist mehr als nur ein Fußballmatch – es ist ein Symbol für die Verwebung von Sport, Politik und Verantwortung.
