STEFAN KLOS: DIE UNGESUNGENE MAUER HINTER DORTMUNDS GOLDENER ÄRA
Stefan Klos gilt als eine der stillsten, aber unverzichtbarsten Figuren in der Geschichte von Borussia Dortmund – ein Torhüter, dessen unaufdringliche Klasse das Fundament für den Aufstieg des Vereins zu nationaler und europäischer Spitzenreputation in den 1990er-Jahren bildete. Lange bevor er bei den Rangers zur Legende wurde, prägte Klos in seiner Geburtsstadt Dortmund eine Ära als ruhiger, verlässlicher Rückhalt.
Am 16. August 1971 in Dortmund geboren, wuchs Klos im Umfeld des Vereins auf und stieß früh in den Nachwuchsbereich. Schon damals zeichnete er sich weniger durch Spektakel als durch bemerkenswerte Ruhe aus. Trainer lobten seine schnellen Reflexe, sauberen Fangtechniken und seine Fähigkeit, in Drucksituationen gelassen zu bleiben – Eigenschaften, die er nahtlos in den Profibereich übertrug.
1991 gab Klos sein Bundesligadebüt und entwickelte sich rasch zum natürlichen Nachfolger von Wolfgang de Beer. Bereits in der Saison 1992/93 hatte er das Torwarttrikot mit der Nummer 1 fest in Besitz genommen. Unter Ottmar Hitzfeld formierte sich Dortmund zu einer ambitionierten Spitzenmannschaft, und Klos bot die ruhige Basis hinter einem dynamischen, offensivstarken Team. Seine Stärken waren oft unscheinbar: perfektes Stellungsspiel, klare Präsenz im Strafraum und die Fähigkeit, schwierige Bälle mühelos wirken zu lassen. Obwohl er selten im Rampenlicht stand, galt er intern als unverzichtbar.
Die Mitte der 1990er markierte Dortmunds Aufstieg – und Klos’ sportlichen Höhepunkt. Er war Schlüsselfigur bei den Meistertiteln 1994/95 und 1995/96 und Teil einer der stabilsten Defensiven der Liga. Der Höhepunkt folgte 1997 mit dem Gewinn der UEFA Champions League. Klos bestritt jede Minute der Kampagne und lieferte im Finale gegen Juventus eine tadellose Vorstellung. Auch beim Gewinn des Weltpokals glänzte er.
Nach 346 Einsätzen verließ Klos 1998 den BVB in Richtung Rangers. Leise, aber prägend bleibt er bis heute eine Schlüsselfigur der Dortmunder Goldenen Ära – ein Torwart, dessen Ruhe und Verlässlichkeit den Weg an Europas Spitze ebnete.
