Beim FC Bayern München sorgt kurz vor dem Bundesliga-Wochenende eine überraschende Personalie für Gesprächsstoff. Nach Vereinsangaben soll Kapitän Manuel Neuer zu Wochenbeginn von einer hartnäckigen Magen-Darm-Infektion erwischt worden sein, die ihn mehrere Tage außer Gefecht setzte. Auch wenn sich der 38-Jährige inzwischen auf dem Weg der Besserung befindet, deutet vieles darauf hin, dass ein Einsatz gegen den SC Freiburg am Samstagabend unrealistisch ist.
Cheftrainer Thomas Tuchel ließ auf der Pressekonferenz durchblicken, dass man beim Rekordmeister „keinerlei Risiko“ eingehen werde. „Manu hat wieder leicht trainiert, aber für ein Spiel dieser Intensität reicht es aller Voraussicht nach nicht. Wir wollen, dass er vollständig fit zurückkehrt“, erklärte Tuchel. Hinter den Kulissen scheint die Entscheidung bereits gefallen zu sein: Jonas Urbig, Leihkeeper aus Köln, steht offenbar vor seinem ersten Pflichtspieleinsatz im Bayern-Trikot.
Der 21-Jährige gilt im Klub seit seinem Sommerwechsel als vielversprechende Zukunftsoption, kam bisher jedoch ausschließlich in Testspielen zum Zug. Die erfahrenen Teamkollegen loben ihn für seine Ruhe am Ball und seine starke Strafraumbeherrschung. „Jonas trainiert auf extrem hohem Niveau. Wenn er spielt, wird er bereit sein“, versicherte Abwehrchef Matthijs de Ligt.
Für Urbig wäre die Partie in Freiburg ein echter Härtetest. Die Breisgauer befinden sich nach zwei Siegen in Folge im Aufwind und sind besonders im eigenen Stadion für ihr hohes Pressing und schnelle Umschaltmomente bekannt. SC-Coach Christian Streich zeigte sich auf Nachfrage wenig überrascht vom möglichen Torwartwechsel beim Gegner. „Egal, ob Neuer, Ulreich oder Urbig – Bayern hat auf jeder Position Qualität. Wir müssen einfach unsere Chancen nutzen“, sagte Streich mit gewohnt nüchternem Ton.
Unterdessen arbeiten die Bayern-Physiotherapeuten mit Hochdruck daran, Neuer für die kommende Woche wieder einsatzbereit zu machen. Der FCB trifft in wenigen Tagen in der Champions League auf Sporting Lissabon – ein Spiel, bei dem Tuchel unbedingt auf seinen Routinier zwischen den Pfosten zählen möchte.
Für das Freiburg-Spiel dagegen könnte sich eine spannende Momentaufnahme ergeben: Ein routinierter Weltmeister auf der Bank, ein hochtalentierter Nachwuchstorwart im Rampenlicht – und ein FC Bayern, der trotz ungeplanter Umstellungen seine Tabellenführung verteidigen will. Wie gut dieses Experiment funktioniert, wird sich am Samstagabend zeigen.
