Neuer Druck nach Stuttgart-Pleite: Leverkusen muss gegen den HSV ein Zeichen setzen
Nach der schmerzhaften 1:4-Niederlage gegen den VfB Stuttgart ist bei Bayer Leverkusen die Alarmstufe spürbar gestiegen. Was vor wenigen Wochen noch wie ein sicherer Kurs Richtung Champions League aussah, droht nun ins Wanken zu geraten. Die Konkurrenz im oberen Tabellendrittel rückt näher, die eigenen Leistungen schwanken – und der Spielraum für weitere Ausrutscher wird immer kleiner. Entsprechend klar fallen die Worte der Verantwortlichen aus: Sportdirektor Simon Rolfes und Trainer Kasper Hjulmand fordern eine sofortige Reaktion und eine überzeugende Antwort im kommenden Spiel gegen den HSV.
Die Pleite in Stuttgart traf Leverkusen gleich mehrfach. Nicht nur das Ergebnis war deutlich, auch die Art und Weise ließ Fragen offen. In der Defensive zeigte sich die Werkself ungewohnt anfällig, im Mittelfeld fehlte zeitweise die Kontrolle, und nach vorne blieb vieles Stückwerk. Gerade in einer Phase der Saison, in der es um Feinjustierung und Konstanz geht, wirkte Leverkusen erstaunlich fragil. „So dürfen wir uns nicht präsentieren, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen“, ließ Rolfes nach dem Spiel verlauten – eine Analyse, die intern wohl noch deutlicher ausfiel.
Dabei ist das Potenzial der Mannschaft unbestritten. Leverkusen verfügt über Tempo, Kreativität und spielerische Qualität, die an guten Tagen jeden Gegner vor Probleme stellen kann. Doch genau darin liegt das Problem: Diese guten Tage müssen wieder verlässlich werden. Hjulmand betonte unter der Woche, dass es nun weniger um große taktische Experimente gehe, sondern um Haltung, Intensität und Klarheit in den Abläufen. „Wir brauchen eine starke Antwort – auf dem Platz, von der ersten Minute an“, so der Coach.
Das Duell mit dem HSV kommt dabei zur rechten Zeit – und ist zugleich gefährlich. Die Hamburger reisen ohne die ganz große Erwartungshaltung an, haben aber nichts zu verlieren. Solche Spiele haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie schnell Favoriten unter Druck geraten können, wenn sie nicht früh die Kontrolle übernehmen. Für Leverkusen bedeutet das: Tempo aufnehmen, Zweikämpfe annehmen, Chancen konsequent nutzen. Ein Zögern oder Abwarten könnte die eigenen Nerven zusätzlich belasten.
Im Kampf um die Champions-League-Plätze zählt nun jedes Detail. Punkte, Tordifferenz, direkte Duelle – alles kann am Ende entscheidend sein. Leverkusen weiß, dass die Qualifikation für die Königsklasse nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich von enormer Bedeutung ist. Umso wichtiger ist es, aus Rückschlägen wie dem in Stuttgart die richtigen Lehren zu ziehen.
Das Spiel gegen den HSV ist deshalb mehr als nur die nächste Aufgabe im Kalender. Es ist ein Stimmungsbarometer, ein Charaktertest und vielleicht ein Wendepunkt. Gelingt die geforderte Reaktion, kann Leverkusen den Druck schnell wieder in positive Energie umwandeln. Bleibt sie aus, könnte aus leiser Unruhe schnell ein echtes Problem werden.
