Es ist offiziell: Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Jens Castrop fährt mit Südkorea zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Am 16. Mai 2026 berief Trainer Hong Myung-bo ihn in den 26-Mann-Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.
Für Castrop ist es die Erfüllung eines Lebenstraums. Für den koreanischen Fußball ist es Geschichte.
Der Erste seiner Art
Castrop ist der erste Spieler mit doppelter Herkunft, der es in einen südkoreanischen WM-Kader geschafft hat. Geboren am 29. Juli 2003 in Düsseldorf als Sohn eines deutschen Vaters und einer koreanischen Mutter, spielte er in der Jugend für Deutschland von der U16 bis zur U21.
Das änderte sich im August 2025, als die FIFA seinen Verbandswechsel genehmigte. Sein Debüt für Korea gab er am 6. September 2025 als Einwechselspieler in der 63. Minute beim 2:0-Sieg gegen die USA. Seitdem hat er 5 Länderspiele absolviert und Hong Myung-bo überzeugt, dass er auf die größte Bühne gehört.
Von der Kölner Akademie zur WM-Abwehr
Castrops Weg ist Bundesliga-Arbeit pur. Er begann bei Fortuna Düsseldorf, bevor er 2015 in die Akademie des 1. FC Köln wechselte. Nach einer Leihe und einem festen Wechsel nach Nürnberg, wo er im rechten Mittelfeld, zentralen Mittelfeld und linken offensiven Mittelfeld spielte, verpflichtete ihn Gladbach im Februar 2025 mit einem Vertrag über vier Saisons.
In dieser Saison steht er im koreanischen Kader als Verteidiger, aber seine wahre Stärke ist die Vielseitigkeit. Bei Gladbach spielte er defensives Mittelfeld, Rechtsverteidiger und sogar linken Wing-Back, wo er im März 2026 beim 3:3 gegen Köln zweimal traf. Hong schätzt diese Flexibilität bei einem Turnier, bei dem Kaderplätze knapp sind.
Was Hong an ihm sieht
„Obwohl Castrop jung ist, ist er ein Spieler, der sich konstant weiterentwickelt hat und Erfahrung in der Bundesliga gesammelt hat“, sagte Hong, als er ihn erstmals berief. „Vor allem schätze ich den starken Willen und das Verantwortungsbewusstsein, das er gezeigt hat, als er unbedingt für unsere Nationalmannschaft spielen wollte.“
Castrop spielt mit einer aggressiven, körperbetonten Kante. Er gibt zu, dass das sein Stil ist, und das hat ihm bei Gladbach auch schon rote Karten eingebracht. Für Korea ist genau diese Intensität im Mittelfeld und in der Abwehr genau das, was sie gegen Mexiko, Tschechien und Südafrika in Gruppe A brauchen. Er hat versprochen, seine Disziplin bei der WM im Griff zu haben.
Warum das für Korea wichtig ist,Koreas Kader ist eine Mischung aus Europa-Stars und K-League-Erfahrung. Son Heung-min ist Kapitän, mit Kim Min-jae vom FC Bayern und Lee Kang-in von PSG hat das Team Weltklasse-Qualität.
Mit Castrop bekommen sie einen in Europa ausgebildeten, Bundesliga-erprobten Spieler, der die Physis und das Tempo des Spiels in Nordamerika kennt. Er ist auch ein Symbol für Koreas Wandel hin zur Öffnung gegenüber Spielern mit doppelter Herkunft. Jahrzehnte lang setzte Korea fast ausschließlich auf im Inland geborene Talente. Das ändert sich, und Castrop führt diesen Wandel an.
Wie es weitergeht
Korea startet am 12. Juni in Zapopan gegen Tschechien, spielt dann am 19. Juni gegen Mexiko und am 24. Juni in Atlanta gegen Südafrika. Das Ziel ist, Gruppe A zu überstehen und das Sechzehntelfinale zu erreichen.
Für Castrop ist allein die Teilnahme schon riesig. Vor der Kaderbekanntgabe sagte er, bei einer WM zu spielen sei ein Traum. Jetzt darf er ihn leben.
Herzlichen Glückwunsch, Jens. Gladbach wird zuschauen, und Korea auch. 💚
