In einer überraschenden, aber zugleich symbolträchtigen Entscheidung hat Bundestrainer Julian Nagelsmann offenbar intern festgelegt, dass Manuel Neuer bei der kommenden Weltmeisterschaft wieder als Nummer eins im deutschen Tor eingeplant ist. Nach Informationen aus dem Umfeld der Nationalmannschaft soll Nagelsmann persönlich Kontakt zu Oliver Baumann aufgenommen und ihn über seine Pläne informiert haben.
Der 40-jährige Neuer, der nach langen Verletzungsproblemen und mehreren Rückschlägen in den vergangenen Jahren immer wieder kritisch beobachtet wurde, könnte damit ein spektakuläres Comeback auf der größten Fußballbühne feiern. Nagelsmann soll überzeugt sein, dass die enorme Erfahrung, die Führungsstärke und die mentale Präsenz des Bayern-Keepers für die junge deutsche Mannschaft entscheidend sein könnten.
Besonders bemerkenswert ist die Reaktion von Oliver Baumann. Der Hoffenheimer Torhüter, der sich in den vergangenen Monaten als verlässlicher Rückhalt präsentiert hatte und von vielen Experten bereits als potenzielle neue Nummer eins angesehen wurde, reagierte laut Berichten äußerst professionell. Baumann habe dem Bundestrainer zugesichert, weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung zu stehen – selbst dann, wenn Neuer bei der WM tatsächlich den Vorzug erhalten sollte.
Innerhalb des DFB sorgt die Entscheidung dennoch für intensive Diskussionen. Einige Verantwortliche sehen in Neuer weiterhin einen der besten Torhüter der Welt, vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Spielintelligenz und seiner Fähigkeit, in Drucksituationen Ruhe auszustrahlen. Andere wiederum fragen sich, ob ein erneuter Generationenwechsel dadurch unnötig verzögert wird.
Auch unter Fans gehen die Meinungen auseinander. Während viele Anhänger die mögliche Rückkehr des Weltmeisters von 2014 emotional feiern und in ihm eine Identifikationsfigur sehen, gibt es ebenso Stimmen, die auf jüngere Keeper wie Baumann, Ter Stegen oder Nübel setzen möchten.
Nagelsmann selbst soll jedoch einen klaren Plan verfolgen. Nach den enttäuschenden Turnierauftritten der vergangenen Jahre wolle er bei der WM auf maximale Stabilität setzen. Dabei spiele nicht nur die sportliche Qualität eine Rolle, sondern auch die Hierarchie innerhalb des Teams. Neuer gilt seit Jahren als natürliche Autorität in der Kabine und genießt bei vielen Nationalspielern weiterhin großes Vertrauen.
Eine offizielle Bestätigung des DFB steht bislang noch aus. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass Manuel Neuer ein letztes großes Kapitel im Trikot der Nationalmannschaft schreiben könnte. Sollte der Bayern-Kapitän tatsächlich fit bleiben und seine Form konservieren, könnte die kommende Weltmeisterschaft zu einer der emotionalsten Geschichten des deutschen Fußballs werden.
