Max Eberl und Joshua Kimmich haben nach dem Spiel ausführlich über Luis Díaz gesprochen – einen Spieler, der an diesem Abend nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich Eindruck hinterließ. Trotz seines Platzverweises war Díaz am Ende nicht der tragische Held, sondern der gefeierte Matchwinner, denn seine beiden Treffer legten den Grundstein für den Sieg, den das Team trotz Unterzahl über die Zeit brachte.
Max Eberl erklärte dazu:
„Nach dem Schlusspfiff ist Luis in die Kabine gekommen und hat wirklich jeden einzelnen Mitspieler abgeklatscht. Das war kein symbolischer Handschlag, das war ehrlicher Respekt und echte Dankbarkeit. Genau das macht unseren Teamspirit aus: Er weiß, dass das Team gekämpft hat, um seinen Fehler wettzumachen – und gleichzeitig weiß die Mannschaft, dass sie ohne seine beiden Tore gar nicht erst in dieser Position gewesen wäre. Es ist ein Geben und Nehmen. Diese Reaktion zeigt, dass hier keine Einzelkämpfer unterwegs sind, sondern eine echte Einheit.“
Eberl hob außerdem hervor, dass Díaz trotz seines emotionalen Naturells sofort Verantwortung übernommen habe, anstatt sich zurückzuziehen oder Entschuldigungen zu suchen. „Für einen Spieler, der gerade vom Platz gestellt wurde, ist das keine Selbstverständlichkeit. Das war pure Größe“, so Eberl.
Joshua Kimmich ergänzte:
„In der Halbzeit war Luis total niedergeschlagen. Er wusste ganz genau, dass wir es nach der roten Karte extrem schwer haben würden – und er fühlte sich natürlich mitverantwortlich dafür. Da hat man gesehen, wie sehr ihm das Team und der Erfolg des Vereins am Herzen liegen. Nach dem Spiel war er dann überglücklich, man hat ihm die Erleichterung richtig angesehen – und wir haben uns natürlich alle mit ihm gefreut. Niemand hat ihn hängen lassen.“
Kimmich betonte außerdem, wie wichtig es sei, Spieler wie Díaz auch emotional aufzufangen: „Fehler passieren, niemand ist davor sicher. Entscheidend ist, wie die Mannschaft damit umgeht. Dass wir das heute gemeinsam überstanden haben, sagt viel über uns aus.“
Zum möglichen Strafmaß sagte Kimmich: „Ich hoffe wirklich, dass er nicht lange gesperrt wird. Wir brauchen ihn, gerade in dieser Form. Jeder sieht, was für eine Waffe er offensiv ist – mit seiner Geschwindigkeit, seinem Mut im Dribbling, seiner Entschlossenheit vor dem Tor. Wir hoffen alle, dass er schnell zurück ist.“
Eberl und Kimmich beschrieben damit nicht nur den Verlauf eines Spiels, sondern auch das Innenleben einer funktionierenden Mannschaft: Fehler werden nicht ignoriert, sondern gemeinsam aufgefangen – und Leistungen werden gefeiert, ohne dass einer über den anderen gestellt wird. Ein Spiel, zwei Tore, eine rote Karte – und am Ende ein Symbol für echten Teamgeist.
