– Was als Topspiel des 11. Bundesliga-Spieltags zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt begann, endete in einem der chaotischsten Abende der jüngeren Fußballgeschichte. Das mit Spannung erwartete Duell in der ausverkauften BayArena musste am Samstagabend nach massiven Fan-Ausschreitungen in der 68. Minute abgebrochen werden.
Bereits kurz nach Anpfiff war die Atmosphäre aufgeheizt. Beide Fanlager hatten Pyrotechnik gezündet, doch die Situation eskalierte, als im Gästeblock Dutzende bengalische Fackeln gleichzeitig aufleuchteten. Dichter Rauch zog über das Spielfeld, Schiedsrichter Marco Fritz unterbrach die Partie erstmals. Während die Spieler an den Spielfeldrand liefen, kam es in den Zuschauerrängen zu heftigen Tumulten. Augenzeugen berichteten von geworfenen Gegenständen, Handgemengen und massiven Sicherheitslücken.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, um die Lage zu stabilisieren. Mehr als 300 Einsatzkräfte, darunter auch Reiterstaffeln, waren im Einsatz. Nach Angaben der Einsatzleitung wurden mindestens 17 Personen verletzt, darunter zwei Ordner und ein Polizeibeamter. Der Frankfurter Fanbeauftragte sprach von einer „Kettenreaktion aus Emotion und Provokation“.
Sportlich war das Spiel bis dahin ein packendes Duell: Leverkusen führte durch einen Treffer von Florian Wirtz (34.) mit 1:0, ehe Frankfurts Omar Marmoush kurz nach der Pause ausgleichen konnte. Doch nach dem erneuten Aufruhr auf den Tribünen entschied der DFB-Spielleiter, die Partie endgültig abzubrechen.
Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes zeigte sich entsetzt: „Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Wir müssen jetzt dringend Konsequenzen ziehen.“ Auch Frankfurts Trainer Dino Toppmöller äußerte sich schockiert: „So etwas will keiner erleben. Es war gefährlich für Spieler und Fans.“
Der DFB kündigte noch in der Nacht eine umfassende Untersuchung an. Über eine mögliche Wertung des Spiels soll in den kommenden Tagen entschieden werden. Sowohl Bayer Leverkusen als auch Eintracht Frankfurt müssen mit hohen Geldstrafen und Teilausschlüssen rechnen.
Während in Leverkusen die Aufräumarbeiten noch andauern, wird in Fußball-Deutschland heftig über Verantwortung, Fan-Kultur und Sicherheitskonzepte diskutiert. Aus einem erhofften Fußballfest wurde eine Mahnung – und ein Abend, den keiner so schnell vergessen wird.
