München – Die Ära von Thomas Müller als Spieler neigt sich unweigerlich dem Ende zu, doch beim FC Bayern München scheint man längst über die aktive Karriere des Ur-Bayern hinauszudenken. Präsident Herbert Hainer sprach in einem Interview offen über ein mögliches Comeback des 35-Jährigen – nicht auf dem Rasen, sondern in einer anderen Funktion innerhalb des Vereins.
„Er kann bei uns im operativen Bereich arbeiten, er kann Botschafter werden, er kann sicherlich mein Nachfolger werden oder der meines Nachfolgers“, erklärte Hainer mit einem Schmunzeln. „Thomas kennt den Verein in- und auswendig. Er ist ein intelligenter, kluger Kerl und hat nun auch Auslandserfahrung gesammelt.“
Diese Worte lassen aufhorchen: Hainer, der selbst seit 2019 an der Spitze des Rekordmeisters steht, scheint in Müller nicht nur einen ehemaligen Weltklasse-Spieler, sondern auch einen potenziellen Funktionär von Format zu sehen. Der Offensiv-Allrounder, der seit seiner Jugend beim FC Bayern unter Vertrag steht und über 700 Pflichtspiele für den Klub absolviert hat, gilt als Identifikationsfigur wie kaum ein anderer.
Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, dass Müller nach seiner aktiven Zeit einen Schritt ins Ausland wagen könnte – möglicherweise in eine Spielertrainer-Rolle oder in ein sportliches Engagement bei einem internationalen Klub. Hainer sieht diese Phase als wertvolle Ergänzung: „Seine Zeit im Ausland wird ihn noch reifer, internationaler und erfahrener machen. Und ich würde mich freuen, wenn er in irgendeiner Funktion zum FC Bayern zurückkehren könnte.“
Auch innerhalb des Vereins stößt die Idee einer „zweiten Karriere“ von Müller auf Begeisterung. Sportdirektor Christoph Freund lobte erst kürzlich Müllers Führungsqualitäten und seine außergewöhnliche Gabe, Mannschaften zu prägen. „Thomas versteht, was den FC Bayern ausmacht – Erfolg, aber auch Gemeinschaft und Bodenständigkeit“, so Freund.
Ob Müller tatsächlich eine Funktion im Management, als Trainer oder als Vereinsbotschafter übernimmt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Türen an der Säbener Straße stehen ihm weit offen.
Für viele Fans wäre eine Rückkehr des Urgesteins ein emotionales Kapitel in der Vereinsgeschichte. Schließlich verkörpert kaum jemand die „Mia-san-mia“-Mentalität so authentisch wie Thomas Müller – auf und neben dem Platz. Eine Zukunft beim FC Bayern, so scheint es, ist für ihn nicht nur möglich, sondern fast schon vorprogrammiert.
