– Ein Team von Archäologen und Technikhistorikern der Universität Freiburg hat im südlichen Schwarzwald eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: eine vollständig erhaltene, bislang unbekannte unterirdische Forschungsanlage aus den frühen 1960er-Jahren. Die Anlage wurde zufällig gefunden, als Mitarbeitende des Forstamts Titisee-Neustadt bei routinemäßigen Vermessungsarbeiten auf ein ungewöhnlich starkes metallisches Echo stießen. Weitere Untersuchungen führten zu der Erkenntnis, dass sich unter einer unscheinbaren Lichtung ein komplexes Tunnelsystem befindet.
Am Dienstag präsentierte das Forscherteam erste Ergebnisse. Nach Angaben der Projektleiterin Dr. Emilia Krone umfasst die Anlage drei große Kammern, mehrere Nebengänge und einen zentralen Kontrollraum, der erstaunlich gut erhalten ist. „Es wirkt, als hätte jemand den Strom ausgeschaltet und die Anlage einfach verlassen“, sagte Krone. In den Räumen fanden sich Messgeräte, alte Rechenmaschinen, versiegelte Dokumentenkisten und sogar ein funktionstüchtiger Projektor.
Besonders rätselhaft seien laut Krone mehrere Geräte, deren Zweck bislang unklar ist. Darunter befinden sich zylinderförmige Module mit dichten Kabelbündeln und ein ringförmiger Apparat, der an frühe Teilchenbeschleuniger erinnere. „Wir können derzeit nicht sagen, ob es sich um zivile oder militärische Forschung handelte. Die Konstruktion ist jedoch für die damalige Zeit technologisch bemerkenswert“, betonte sie.
Das Bundesarchiv bestätigte, dass es bislang keinerlei Hinweise auf ein derartiges Projekt im Schwarzwald gebe. Historiker vermuten, dass die Anlage Teil eines geheimen Forschungsprogramms sein könnte, das aufgrund mangelnder Dokumentation nie an die Öffentlichkeit gelangt ist. Auch ein mögliches privates Industriekonsortium werde nicht ausgeschlossen.
Die Entdeckung hat mittlerweile großes Interesse geweckt. Das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg prüft, ob die gesamte Anlage unter Schutz gestellt werden soll. Gleichzeitig bereitet die Universität eine kontrollierte Öffnung für Forschende aus anderen Ländern vor.
Die Bevölkerung reagiert mit einer Mischung aus Staunen und Neugier. Die Gemeinde Titisee-Neustadt erwartet bereits einen deutlichen Anstieg des Besucherinteresses; ein provisorischer Informationspunkt in der Nähe des Fundorts ist geplant. Bis die Anlage jedoch betreten werden darf, könnten noch Monate vergehen. „Sicherheit und konservatorische Maßnahmen haben Priorität“, so Dr. Krone.
Eines steht laut den Forschern fest: Die Entdeckung könnte das Verständnis der deutschen Wissenschaftsgeschichte der Nachkriegszeit grundlegend erweitern – und zahlreiche neue Fragen aufwerfen.
