RB Leipzig steht in dieser emotionalen Phase enger zusammen als je zuvor – doch parallel zu der großen Welle der Unterstützung für Ralph Hasenhüttl bewegt ein anderes Thema die Fans: Der Klub erlebt einen unerwarteten Transfer-Umbruch. Gleich mehrere Leistungsträger stehen kurz vor einem Abschied, und während die Stadt Leipzig ihrem einstigen Erfolgstrainer Kraft schenkt, muss sich der Verein gleichzeitig einem sportlichen Erdbeben stellen.
In den vergangenen Wochen verdichteten sich die Gerüchte: Ein Schlüsselspieler nach dem anderen steht vor einem Wechsel, teils aufgrund auslaufender Verträge, teils wegen lukrativer Angebote aus dem Ausland. Der Kader, den Hasenhüttl einst formte und prägte, scheint auseinanderzubrechen – und dennoch wirkt genau das wie ein weiterer Moment, der zeigt, wie sehr Hasenhüttls Geist im Verein weiterlebt. Denn trotz des drohenden Umbruchs zeigt Leipzig Haltung.
Einer der ersten, dessen Abschied sich abzeichnet, ist der dynamische Mittelfeldmotor, der noch unter Hasenhüttl seine ersten großen Schritte im Profifußball machte. Angebote aus England und Spanien liegen auf dem Tisch, Summen, denen RB wirtschaftlich kaum widerstehen kann. Auch in der Abwehr deutet sich ein großer Einschnitt an: Der Abwehrboss, seit Jahren eine Mauer im Leipziger Zentrum, hat offenbar das Interesse eines italienischen Topklubs geweckt. Hinter den Kulissen heißt es, nur noch Details stünden einer Einigung im Weg.
Besonders schmerzhaft: Selbst junge, aufstrebende Talente, die erst kürzlich den Sprung ins Team geschafft haben, stehen im Fokus internationaler Scouts. Ein pfeilschneller Flügelspieler, der als Zukunftsversprechen galt, könnte bereits im Winter verkauft werden – ein Transfer, der sportlich weh tut, aber wirtschaftlich kaum zu verhindern ist.
Während all diese Wechselgerüchte durchsickern, bleibt die Stimmung im Verein dennoch bemerkenswert stabil. Und das liegt nicht zuletzt an Ralph Hasenhüttl. Obwohl er selbst mit einer schweren persönlichen Phase kämpft, prägt seine aura von Zusammenhalt und Widerstandskraft die Mannschaft noch immer. Spieler, die sich verabschieden, tun es mit Respekt – viele betonen öffentlich, wie sehr sie Hasenhüttls Einfluss geprägt hat. Einige sprechen sogar davon, dass sie ihm den nächsten Schritt in ihrer Karriere verdanken.
Gleichzeitig arbeitet der Klub bereits intensiv an einer Neuordnung: Scouts sind weltweit unterwegs, Gespräche mit potenziellen Neuzugängen laufen, und hinter den Kulissen entsteht ein Plan, der die kommende Spielzeit sichern soll. Denn bei aller Emotionalität darf Leipzig eines nicht vergessen: Der Wettbewerb schläft nicht.
Doch eines ist klar: Diese Transferperiode wird als Wendepunkt in die Vereinsgeschichte eingehen. Fans wissen, dass große Veränderungen bevorstehen, doch sie wissen auch, dass Leipzig immer dann am stärksten war, wenn es geschlossen auftrat – ob beim Kampf auf dem Platz oder beim Beistand für Menschen, die dem Verein viel gegeben haben.
Spieler mögen kommen und gehen, doch der Geist des Zusammenhalts, den Hasenhüttl einst entfachte, bleibt. Und genau dieser Geist trägt RB Leipzig durch die stürmischen Wochen des Umbruchs.
