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„Rote Karte mit Folgen: Als ein sexistischer Spruch den Fußball zum Umdenken zwang“
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Im Jahr 2015 kam es im deutschen Profifußball zu einem Vorfall, der weit über die Grenzen eines gewöhnlichen Ligaspiels hinaus Aufmerksamkeit erregte. Nachdem die Schiedsrichterin einem Düsseldorfer Spieler, Kerem Demirbay, die Rote Karte gezeigt hatte, entgegnete dieser mit dem abfälligen Satz: „Du solltest lieber in der Küche bleiben.“ Eine Aussage, die nicht nur respektlos, sondern auch eindeutig sexistisch war. Die Schiedsrichterin nahm diesen Kommentar in ihren Bericht auf – und löste damit eine Welle der Diskussion über den Umgang mit Frauen im Fußball aus.
Die Reaktion des Vereins ließ nicht lange auf sich warten. Düsseldorf entschuldigte sich offiziell, und auch der Spieler zeigte später Reue. Doch die Situation hatte bereits etwas viel Größeres in Bewegung gesetzt: Sie öffnete eine Debatte darüber, mit welchen Vorurteilen Frauen im Fußball – ob als Schiedsrichterinnen, Spielerinnen oder Verantwortliche – immer noch konfrontiert sind.
Der Verband verhängte eine Sperre und verpflichtete Demirbay zu einem besonderen Schritt: Er sollte ein Spiel bei einer Frauenmannschaft pfeifen. Eine symbolische, aber deutliche Maßnahme, die verdeutlichte, dass Respekt im Sport nicht verhandelbar ist. Gleichzeitig sendete sie eine klare Botschaft an die gesamte Fußballwelt – nämlich, dass sexistische Abwertung keinen Platz auf dem Platz oder daneben hat.
Der Vorfall von 2015 gilt heute als Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass diskriminierende Äußerungen konsequent benannt und sanktioniert werden. Er machte sichtbar, mit welchem Mut Frauen im Fußballtag für Tag ihren Weg gehen – und wie nötig es ist, dass Strukturen und Publikum diesen Weg aktiv unterstützen. So wurde aus einem beleidigenden Satz ein Moment des gesellschaftlichen Lernens und ein Signal für mehr Gleichberechtigung im Sport.
