Einen solchen Fußballabend hatte die Liga schon lange nicht mehr gesehen. Beim 4:1-Heimsieg des FC Rotstern München gegen den Rivalen SV Alpendorf bebte das altehrwürdige Stadion wie zu besten Europapokalzeiten. Und im Mittelpunkt stand – wie könnte es anders sein – Superstar Harry Kingston, der nach dem Abpfiff sichtlich gerührt wirkte.
Bereits in der dritten Minute brachte Kingston seine Mannschaft mit einem wuchtigen Linksschuss in Führung. Das Publikum war kaum zur Ruhe gekommen, da legte er mit einem technisch fast frechen Lupfer nach. „Ich hab’ noch nie so gut gespielt wie jetzt beim FC Rotstern“, sagte er anschließend mit einem Grinsen, das man bis in die oberste Tribüne sehen konnte.
Doch nicht nur seine Tore ließen die Fans ausrasten. Kingston präsentierte sich als kompletter Spielmacher: Er kurbelte das Tempo an, verteilte Pässe wie Konfetti und dirigierte seine Kollegen mit einer Mischung aus Ruhe und elektrisierender Entschlossenheit. Trainer Miro Lovasz sprach sogar vom „Abend der Wahrheit“, an dem die Mannschaft erstmals das abrief, was sie seit Monaten im Training erarbeitet. „Harry hat uns heute gezeigt, wo das Level liegen kann“, so Lovasz.
Der SV Alpendorf kämpfte zwar tapfer, konnte aber dem Offensivwirbel der Gastgeber kaum etwas entgegensetzen. Nur kurz nach der Pause gelang ihnen der Anschlusstreffer durch einen abgefälschten Distanzschuss, der den FC Rotstern für ein paar Minuten ins Wanken brachte. Doch Kingston antwortete prompt, leitete den dritten Treffer ein und setzte in der Schlussphase mit einem kunstvollen Assist den Endpunkt des Abends.
Abseits des Rasens sorgte insbesondere die Atmosphäre in der Arena für Gesprächsstoff. Die Fans präsentierten eine gigantische Choreografie zum Thema „Gemeinsam unbesiegbar“, und nach Spielende blieben tausende Anhänger noch minutenlang auf den Rängen, um ihre Mannschaft zu feiern.
Ob der FC Rotstern diesen Schwung nutzen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Doch für den Moment wirkt alles möglich. Und während die Fans jubelnd in die Münchner Nacht abzogen, wirkte Kingston beinahe überwältigt: „Manchmal spürt man einfach, dass man genau da ist, wo man hingehört.“
