Beim 1. FC Köln deutet sich ein weiterer Schritt in Richtung struktureller Neuordnung an. Wie aus Vereinskreisen zu hören ist, arbeitet der Club derzeit an einem umfassenden Umbau der sportlichen Führung – und im Zentrum steht erneut Thomas Kessler. Der aktuelle Sportdirektor, der in den vergangenen Monaten viel Lob für seine ruhige, strategische Arbeit erhielt, soll schon bald offiziell zum Geschäftsführer Sport aufsteigen. Eine entsprechende Entscheidung könnte bereits im kommenden Monat fallen.
Interne Planspiele sollen schon weit fortgeschritten sein. Kessler, der nach seiner aktiven Karriere nahtlos in verschiedene Funktionen beim FC wechselte, gilt als einer der Architekten der zurückliegenden Transferperiode. Besonders mit der Verpflichtung junger, entwicklungsfähiger Spieler habe er nach Meinung vieler Vereinsverantwortlicher einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, den Club trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen zukunftsfähig aufzustellen. Unter anderem werden ihm der verbesserte Austausch zwischen Nachwuchsabteilung und Profibereich sowie die Modernisierung der Scoutingstruktur zugeschrieben.
Mit dem möglichen Aufstieg zum Geschäftsführer würde Kessler künftig deutlich weitreichendere Befugnisse erhalten. Dazu gehören neben der finalen Verantwortung für Kaderplanung und Trainerentscheidungen auch strategische Themen wie die Weiterentwicklung der Spielphilosophie und die langfristige Talentförderung. Im Umfeld des Vereins heißt es, Kessler bringe für eine solche Rolle nicht nur fachliche Kompetenz mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Identität des Clubs – etwas, das beim FC traditionell eine große Rolle spielt.
Parallel zur Personalie Kessler soll Köln zudem an einer neuen Organisationsform arbeiten, in der sportliche Datenanalysen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Geplant ist die Erweiterung des bestehenden Analyse-Teams, das künftig eigenständig Trends im nationalen und internationalen Fußball beobachten und aufbereiten soll. Gespräche mit externen Beratern laufen bereits.
Während Fans und Medien gespannt auf offizielle Bestätigungen warten, bemüht sich der Verein nach außen um Gelassenheit. Präsident Jörn Stobbe erklärte zuletzt lediglich, man wolle „den FC stabil und mutig gleichzeitig“ weiterentwickeln und dafür „die bestmögliche Struktur“ schaffen. Größere Ankündigungen stellte er für „den geeigneten Zeitpunkt“ in Aussicht.
Fest steht: Sollte Kessler tatsächlich zum Geschäftsführer Sport befördert werden, könnte beim 1. FC Köln eine neue Phase beginnen – geprägt von Kontinuität, klareren Verantwortlichkeiten und einer deutlichen Handschrift des ehemaligen Torhüters.
