Karim Adeyemis teurer Fehler: Der BVB-Star trägt die Konsequenzen – und ergreift seine zweite Chance
Die vergangenen Tage waren ein emotionaler Wirbelsturm für Karim Adeyemi, dessen Name in der deutschen Fußballwelt aus den falschen Gründen die Schlagzeilen beherrschte. Nachdem bekannt wurde, dass der 23-jährige Offensivspieler von Borussia Dortmund wegen unerlaubten Waffenbesitzes einen Strafbefehl und eine Geldstrafe von 450.000 Euro erhalten hatte, reagierten sowohl der Verein als auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schnell und entschlossen. Die Maßnahmen, die darauf folgten, bedeuteten nicht nur Disziplin, sondern auch einen Moment der Selbstreflexion – einen Moment, der ein Wendepunkt in Adeyemis noch junger Karriere werden könnte.
In Zusammenarbeit mit dem DFB wurde der deutsche Nationalspieler verpflichtet, in den kommenden Wochen die Nordstadtliga in Dortmund zu besuchen und dort an Trainingseinheiten mit Kindern teilzunehmen. Anstatt sich von der Kontroverse zu distanzieren, wird Adeyemi ganz bewusst in ein Umfeld gestellt, das Demut, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein erfordert.
Erstmals sprach Adeyemi öffentlich über den Vorfall – und seine Worte wirkten ehrlich, direkt und schwer. Es war die Stimme eines Menschen, der wusste, dass er eine Grenze überschritten hatte.
„Ihr habt sicher die Schlagzeilen der letzten Tage über mich gesehen“, begann er. „Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen. Anfang 2024 habe ich aus Unachtsamkeit und ohne darüber nachzudenken eine sogenannte Mystery Box online bestellt. Sie enthielt Gegenstände, die nach dem Waffengesetz nicht erlaubt sind.“
Besonders ungewöhnlich ist der Ablauf: Das Paket wurde Monate später geliefert – ungeöffnet und schließlich von der Polizei beschlagnahmt. Doch trotz dieser Umstände scheute Adeyemi nicht davor zurück, Verantwortung zu übernehmen.
„Trotzdem war es ein großer Fehler – einer, den ich zutiefst bereue“, sagte er weiter. „Ich weiß, dass ich in der Öffentlichkeit stehe und eine Vorbildfunktion habe. Dieser Verantwortung bin ich nicht gerecht geworden… Ich habe daraus gelernt – mehr, als ich in Worte fassen kann.“
Seine Botschaft war nicht defensiv, sondern reflektiert – ein Ton, der im Profisport selten geworden ist. Adeyemi entschuldigte sich aufrichtig, nicht nur bei den Fans, sondern bei allen, die mehr von ihm erwarten – als Mensch und als Profi.
Borussia Dortmunds Geschäftsführer Sport, Lars Ricken, bestätigte dies. Ricken betonte, dass der Verein die Angelegenheit äußerst ernst genommen und ein klares, offenes Gespräch mit dem Spieler geführt habe. Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch der Kontext berücksichtigt werden müsse: Adeyemi habe eine hohe Geldstrafe gezahlt, niemand sei zu Schaden gekommen, und er habe nach wie vor keinen Eintrag im Strafregister.
„Er bereut seinen Fehler zutiefst“, versicherte Ricken. „Karim Adeyemi hat uns fest versprochen, dass sich so etwas nicht wiederholen wird. Wir vertrauen darauf, dass er Wort hält.“
Nun steht Adeyemi an einem Scheideweg. Die Strafe ist real, sein Image beschädigt – doch seine zweite Chance ist ebenso real. Mit Bescheidenheit, sozialem Engagement und neuem Verantwortungsbewusstsein hat der Dortmunder Flügelspieler die Möglichkeit, aus diesem Fehler eine Geschichte über Reife, Charakter und Wachstum zu machen.
Und wenn seine Worte etwas bedeuten, dann hat er genau das vor.
