Das Emirates Stadium wird am Mittwochabend zum Schauplatz eines der emotionalsten Fußballmomente des Jahres. Wenn Bayern München auf Arsenal trifft, richtet sich der Blick nicht nur auf das brisante Duell zweier europäischer Schwergewichte – sondern auf die Rückkehr von Harry Kane, der an diesen Ort eine Vergangenheit hat, die kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Vor über 24 Jahren wurde Kane aus Arsenals Jugendakademie geworfen. Die Begründung der damaligen Verantwortlichen: „zu dick und nicht athletisch genug“. Ein Urteil, das damals wie eine banale Entscheidung in einem Nachwuchszentrum wirkte – und heute wie einer der größten Fehleinschätzungen in der Geschichte des englischen Fußballs erscheint.
Nun kehrt Kane als Weltstar, Rekordtorschütze der Premier League und bayerischer Hoffnungsträger zurück. Schon Tage vor dem Spiel ist die Stimmung elektrisiert. In den sozialen Netzwerken diskutieren Fans hitzig darüber, ob der Empfang kühl, feindselig oder überraschend warm sein könnte. Viele Arsenal-Anhänger zeigen Respekt für den Mann, der trotz frühkindlicher Zurückweisung eine überragende Karriere hingelegt hat. Andere erinnern sich nur zu gut daran, wie oft er ihnen im Trikot der Spurs Schmerzen zugefügt hat.
Trainer Thomas Tuchel betonte auf der Pressekonferenz: „Harry kennt diesen Platz, aber er kommt als anderer Spieler zurück. Er ist motiviert – vielleicht mehr als je zuvor.“ Arsenals Coach Mikel Arteta würdigte Kanes Entwicklung, warnte aber gleichzeitig: „Wir dürfen ihm keinen Raum geben. Sonst zeigt er uns, warum er einer der besten Stürmer der Welt ist.“
Sportlich trifft Arsenal auf ein Bayern, das in der Liga zuletzt schwankte, aber in Europa traditionell gefährlich bleibt. Kane trägt einen großen Teil der Hoffnungen. „Natürlich ist das Spiel besonders“, gab der Stürmer offen zu. „Aber ich will nicht an die Vergangenheit denken. Heute geht es um Bayern.“
Vor dem Stadion sind bereits Stunden vor Anpfiff hunderte Fans versammelt. Einige tragen ironisch alte Arsenal-Trikots mit Kanes Namen, andere halten Schilder hoch: „We should have kept you“ oder „Not athletic enough? Really?“ Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Nostalgie, Rivalität und Spannung.
Wenn der Anpfiff ertönt, wird klar sein: Dieser Abend ist größer als ein Champions-League-Viertelfinale. Es ist eine Geschichte über Scheitern, Triumph und eine Rückkehr, die selbst die besten Drehbuchautoren kaum besser hätten schreiben können.
