Im Fußball-Deutschland sorgt erneut eine Aussage von Uli Hoeneß für Aufsehen. Im Rahmen eines imaginären OMR-Spezialpodcasts hat der Ehrenpräsident des FC Bayern deutlich Position bezogen – und das in einer Deutlichkeit, die selbst langjährige Beobachter überrascht. Hoeneß warnte davor, dass „die neue Generation an Spielern nicht mehr selbstverständlich bereit sei, alles dem Erfolg unterzuordnen“. Der FC Bayern, so seine Botschaft, müsse aufpassen, nicht die eigene Identität zu verlieren.
„Wir haben immer von Charakter, Wille und Opferbereitschaft gelebt“, erklärte Hoeneß. „Das kann man nicht mit ein paar Instagram-Clips ersetzen.“ Damit spielt der 72-Jährige auf eine Entwicklung an, die er zuerst 2020 beobachtet haben will: der wachsende Fokus junger Spieler auf Selbstdarstellung und Markenbildung – manchmal auf Kosten der sportlichen Entwicklung.
Brisant wurde das Gespräch, als er über interne Personalfragen sprach. Laut Hoeneß hat Bastian Schweinsteiger ein informelles Angebot ausgeschlagen, nach München zurückzukehren und eine leitende Position im Bereich Spielerentwicklung zu übernehmen. „Er liebt den Verein, aber er möchte seine Freiheit behalten. Das respektiere ich voll – aber es zeigt auch, dass wir neue Wege finden müssen“, so Hoeneß.
Auch Thomas Müller, der weiterhin als „Herzschlag des Vereins“ gilt, wurde mehrfach angesprochen. Müller sei „ein Beispiel dafür, was Bayern immer ausgemacht hat“, sagte Hoeneß. Gleichzeitig deutete er an, dass der Klub seine Strukturen überdenken müsse, wenn Müller in naher Zukunft seine aktive Karriere beende. „Wenn Spieler wie er einmal fehlen, merkt man erst, wie wichtig ihre Rolle im Innenleben des Vereins war.“
In der Säbener Straße sorgen die Aussagen angeblich für gemischte Reaktionen. Während einige Hoeneß’ Analyse teilen und offen von einem „Warnsignal mit Berechtigung“ sprechen, betrachten andere die Kritik als überzogene Nostalgie. Ein hochrangiger Klubmitarbeiter soll intern angemerkt haben, man müsse „die Realität von 2025 akzeptieren – Spieler sind Marken, und das ist nicht automatisch etwas Schlechtes“.
Ob Hoeneß’ Mahnung konkrete Folgen haben wird, bleibt vorerst offen. Doch eines ist klar: Wenn der Ehrenpräsident spricht, hört die Fußballwelt zu – und der FC Bayern steht erneut vor einer Debatte über seine Zukunft.
