Transfer-Vorschau Januar 2025: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund geht am gewohnten Scheideweg in das Transferfenster im Januar 2025 – konkurrenzfähig genug, um relevant zu bleiben, aber mit genügend Schwächen, um erneut Diskussionen über Kaderplanung und Führungsstruktur auszulösen. Als Tabellensechster zur Winterpause mag die Position für einen Klub dieser Größe enttäuschend wirken, doch ein Blick in die Vergangenheit relativiert dies. Bereits in der Saison 2022/23 befand sich der BVB zur gleichen Zeit auf Rang sechs, bevor eine starke Rückrunde beinahe zur Meisterschaft führte.
Die Schwarzgelben beendeten die Hinrunde mit einem positiven Signal: dem 3:1-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg, zugleich der erste Auswärtserfolg der Saison unter Trainer Nuri Şahin. Zwar nahm dieses Ergebnis etwas Druck vom Kessel, doch grundlegende Fragen zur Konstanz und Kaderbalance bleiben bestehen.
Finanziell steht Borussia Dortmund trotz eines geschätzten Transferdefizits von –46,5 Millionen Euro solide da. Höhere TV-Einnahmen, wachsende kommerzielle Erlöse sowie Prämien aus dem Einzug ins Champions-League-Finale 2023/24 federten die Sommerausgaben ab. Zusätzliche Einnahmen aus Merchandising, Sponsoring und der Teilnahme an der kommenden Klub-Weltmeisterschaft verschaffen dem Klub weiteren finanziellen Spielraum. Größere Investitionen im Januar sind daher keineswegs ausgeschlossen.
Kompliziert bleibt jedoch die Entscheidungsfindung. Die häufig kritisierte Führungsstruktur mit mehreren Verantwortlichen besteht weiterhin. Sportdirektor Sebastian Kehl, Geschäftsführer Lars Ricken, Kaderplaner Sven Mislintat und Berater Matthias Sammer sind allesamt in die Kaderplanung involviert. Obwohl Kehl offiziell die Transferpolitik verantwortet, sorgen überschneidende Zuständigkeiten weiterhin für Unklarheit und Skepsis von außen.
Sportlich verfügt Dortmund über einen vergleichsweise kleinen 24-Mann-Kader. Einige Akteure gelten als entbehrlich, darunter Giovanni Reyna, dessen Marktwert zwar auf rund 12 Millionen Euro geschätzt wird, für den sich bislang jedoch kaum konkrete Interessenten gefunden haben. Dank der Teilnahme von BVB II an der 3. Liga sind Leihgeschäfte für junge Talente weniger notwendig, da sie auf gutem Niveau Spielpraxis sammeln können.
Der einzige auslaufende Vertrag betrifft Ersatztorhüter Marcel Lotka. Angesichts seiner Leistungen bei BVB II wäre eine Verlängerung naheliegend, doch die fehlende Perspektive hinter Stammkeeper Gregor Kobel könnte zum Hindernis werden.
Der Bedarf im Kader ist klar definiert: Torwart, linker Verteidiger, Innenverteidiger, zentrales Mittelfeld, offensives Mittelfeld und rechter Flügel. Besonders das zentrale Mittelfeld gilt seit Monaten als größte Baustelle. Namen wie Tom Bischof und Rayan Cherki werden regelmäßig gehandelt – Cherki könnte für Kreativität zwischen den Linien sorgen, während Bischof als nachhaltige Zukunftsinvestition gilt.
Defensiv verschärfen die Verletzung von Niklas Süle sowie die anhaltenden Fitnessprobleme von Leihspieler Yan Couto den Handlungsbedarf. Die Verpflichtung eines flexiblen Außenverteidigers oder eines verlässlichen Innenverteidigers erscheint zunehmend wahrscheinlich. Gleichzeitig könnten auch gezielte, kostengünstige Transfers – ähnlich dem Ryerson-Deal von 2023 – den gewünschten Effekt erzielen.
Trotz aller Diskussionen mangelt es dem BVB nicht an Qualität. Karim Adeyemi überzeugte vor seiner Verletzung mit Topform, während Jamie Gittens, Maximilian Beier, Donyell Malen, Julian Brandt und Julien Duranville für offensive Tiefe sorgen. Gelingt eine klare und entschlossene Transferstrategie, könnte der Januar erneut den Grundstein für eine starke Rückrunde legen.
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