❄️ Frostige Beziehungen: Atalanta BC vs. Borussia Dortmund
Die Spannungen zwischen Atalanta und Borussia Dortmund sind nach dem 2:0-Sieg des BVB gegen den italienischen Klub deutlich sichtbar geworden. Was zunächst wie ein gewöhnliches Europapokalspiel wirkte, hat die Kontroverse rund um den Transfer des jungen Stürmers Samuele Inácio im Jahr 2024 erneut entfacht. Dass sich die beiden Trainer nach Abpfiff nicht die Hand gaben, schien mehr als nur sportlicher Frust zu sein – es spiegelte eine Beziehung wider, die auch abseits des Platzes belastet ist.
Laut Sky Italia boykottierten Atalanta-Präsident Antonio Percassi und weitere Klubverantwortliche das obligatorische UEFA-Mittagessen mit den BVB-Offiziellen. Ein solcher Schritt ist im europäischen Fußball ungewöhnlich, da selbst Rivalen auf diplomatische Gesten achten. Der Boykott zeigt, wie tief Percassis Unmut über die Umstände von Inácios Wechsel sitzt.
Percassi sprach von einem „eklatanten Mangel an Respekt“ seitens Dortmunds. Konkrete Details zu einem möglichen Verstoß gegen FIFA-Regularien nannte er zwar nicht, doch er deutete an, dass der Bundesligist beim Transfer des damals 17-jährigen Offensivspielers nicht korrekt gehandelt habe.
„Der Junge wurde von uns ausgebildet“, betonte Percassi und verwies darauf, dass es klare Fristen und Abläufe gebe, die Vereine bei Jugendtransfers einhalten müssten. Seiner Ansicht nach habe Dortmund diese Grenzen überschritten. „Klubs müssen sich gegenseitig respektieren. Dortmund kann nicht einfach ein Talent aus Atalantas Jugendakademie ‚stehlen‘“, erklärte er und bezeichnete die Angelegenheit als „offene Wunde“.
Der Transfer selbst sorgte 2024 kaum für Schlagzeilen. Inácio wechselte aus Atalantas U17 in die U19 von Dortmund, die Ablösesumme blieb unbekannt. Keine große Präsentation, kein Millionen-Deal – scheinbar nur ein weiterer Jugendwechsel. Doch hinter den Kulissen scheint es bereits damals Spannungen gegeben zu haben.
Borussia Dortmund gilt seit Jahren als Verein mit klarem Fokus auf die Entwicklung junger Talente. Der Klub hat sich international einen Ruf als Sprungbrett für Nachwuchsspieler erarbeitet. Aus Dortmunder Sicht dürfte der Transfer Teil dieser langfristigen Strategie gewesen sein – vermutlich im Einklang mit den geltenden Regeln.
Percassi jedoch ist überzeugt, im Recht zu sein. Er suchte sogar erneut das Gespräch mit Dortmunds sportlicher Führung, darunter Geschäftsführer Lars Ricken, um die Position Atalantas darzulegen. Eine Einigung scheint es bislang jedoch nicht zu geben.
Auffällig ist vor allem der Zeitpunkt der öffentlichen Kritik. Warum wird der Fall erst eineinhalb Jahre nach dem Wechsel so deutlich thematisiert? Wenn Atalanta tatsächlich Regelverstöße vermutet, hätte man erwarten können, dass rechtliche Schritte früher eingeleitet werden. Die Verzögerung wirft Fragen auf und lässt Raum für Spekulationen.
Ob Borussia Dortmund mit Konsequenzen rechnen muss, ist derzeit nicht abzusehen. Ohne konkrete Belege für einen Regelbruch bleibt die Situation undurchsichtig. Klar ist jedoch: Das Verhältnis zwischen Bergamo und Dortmund ist derzeit stark belastet.
Für den jungen Samuele Inácio, der sich sportlich in Dortmund weiterentwickeln möchte, spielt sich die Kontroverse weitgehend außerhalb seines Einflussbereichs ab. Mit 17 Jahren steht seine Karriere noch am Anfang – doch sein Wechsel ist zum Symbol einer größeren Debatte geworden: Wie weit dürfen Klubs bei der Rekrutierung junger Talente gehen, und wo beginnt der Respekt vor der Ausbildungsarbeit anderer Vereine?
Bis diese Fragen geklärt sind, dürfte die Kälte zwischen Atalanta und Dortmund anhalten.
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