Die Fußballwelt blickt gespannt auf die Zukunft von Julian Brandt. Nachdem der ehemalige Nationalspieler in den vergangenen Jahren immer wieder im Zentrum der Kritik stand, sorgt nun ausgerechnet TV-Experte Dietmar Hamann mit unerwartet versöhnlichen Worten für Aufsehen. Im Rahmen einer Diskussionsrunde am Rande eines Benefizspiels in München schlug der frühere Bayern- und Liverpool-Profi überraschend milde Töne an und deutete an, dass Brandt möglicherweise vor einem entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere stehe.
„Man hat ihn in Dortmund oft stellvertretend für Dinge verantwortlich gemacht, die strukturell nicht funktioniert haben“, erklärte Hamann vor zahlreichen Journalisten. „Natürlich war seine Leistung nicht immer konstant, und ich habe ihn selbst mehrfach kritisiert. Aber wenn man ehrlich ist, wurde Brandt häufig zum Symbol einer Entwicklung gemacht, für die viele andere genauso verantwortlich waren.“
Diese Worte kommen überraschend, galt Hamann doch lange als einer der schärfsten Kritiker des offensiven Mittelfeldspielers. Besonders in Phasen sportlicher Rückschläge von Borussia Dortmund war Brandt immer wieder Zielscheibe öffentlicher Diskussionen. Hamann räumte nun ein, dass die Bewertung des 30-Jährigen möglicherweise nicht immer fair gewesen sei.
„Vielleicht hat man ihn zu oft herausgegriffen, weil er auf dem Platz sichtbar ist, weil er ein Spieler ist, der polarisiert. Aber Fußball ist ein Mannschaftssport. Wenn Dinge nicht laufen, kann man nicht immer nur auf einen zeigen“, sagte der 52-Jährige.
Für zusätzliche Brisanz sorgen Berichte aus Spanien und England, wonach mehrere Top-Klubs Interesse an einer Verpflichtung Brandts signalisiert haben sollen. Besonders der spanische Traditionsverein Atlético Madrid gilt laut Insiderkreisen als ernsthafter Kandidat. Trainer Diego Simeone soll demnach von Brandts spielerischer Flexibilität überzeugt sein und in ihm eine wertvolle Ergänzung für das offensive Mittelfeld sehen.
Hamann hält einen Wechsel ins Ausland für den richtigen Schritt. „Ich glaube, ein neues Umfeld könnte ihm enorm guttun. Manchmal braucht ein Spieler einfach einen Perspektivwechsel. Weg von alten Mustern, weg von Vorurteilen. Brandt hat unbestritten Qualität.“
Auch aus dem Umfeld des Spielers ist zu hören, dass Brandt offen für eine neue Herausforderung sei. Eine Entscheidung soll noch vor Beginn der Sommervorbereitung fallen.
Sollte es tatsächlich zu einem Transfer kommen, könnte dies nicht nur für Brandt selbst ein Befreiungsschlag sein, sondern auch eine späte Bestätigung für jene, die stets an sein Talent geglaubt haben. Und vielleicht markiert Hamanns überraschende Kehrtwende bereits den Beginn einer längst überfälligen Neubewertung eines Spielers, der in Deutschland oft unterschätzt wurde.
