Endlich war er gekommen – dieser magische Abend, auf den München monatelang hingefiebert hatte. Schon Stunden vor Anpfiff verwandelte sich die Allianz Arena in ein rot-weißes Fahnenmeer, bengalische Lichter tauchten die Esplanade in dramatisches Glühen, und aus jeder Ecke hallte derselbe Gesang: „Deutscher Meister wird nur der FCB!“
Doch wer gedacht hatte, der FC Bayern würde gegen den 1. FC Köln in Feierlaune einen lockeren Sommerkick abliefern, wurde schnell eines Besseren belehrt. Vincent Kompany hatte auf der Pressekonferenz vor der Partie unmissverständlich angekündigt: „Wir respektieren diesen Wettbewerb bis zur letzten Minute.“ Und seine Mannschaft setzte genau das eindrucksvoll um.
Von Beginn an übernahmen die Münchner die Kontrolle. Musiala wirbelte zwischen den Linien, Kimmich dirigierte wie ein Maestro, und Harry Kane zeigte einmal mehr, warum er die Bundesliga in dieser Saison geprägt hatte. Bereits in der 12. Minute brachte der Engländer die Arena zum Explodieren: Nach einem blitzsauberen Doppelpass mit Sané schob Kane eiskalt zum 1:0 ein.
Köln, angetrieben von den lautstarken mitgereisten Fans, stemmte sich mit Leidenschaft dagegen. Besonders Ljubicic und Maina sorgten immer wieder für gefährliche Nadelstiche. Kurz vor der Pause schien der Ausgleich greifbar, doch Manuel Neuer parierte einen wuchtigen Kopfball sensationell und hielt die Führung fest.
Nach dem Seitenwechsel zog Bayern das Tempo erneut an. In der 58. Minute folgte der Moment des Abends: Jamal Musiala tanzte gleich drei Kölner Verteidiger aus und jagte den Ball unhaltbar in den Winkel. Die Allianz Arena bebte. Selbst Kompany, sonst stoisch an der Seitenlinie, riss beide Arme in die Höhe.
Doch Köln gab sich nicht auf. Ein verwandelter Elfmeter von Selke brachte die Gäste noch einmal heran, ehe Thomas Müller – natürlich Thomas Müller – seinen großen Auftritt bekam. In seinem womöglich letzten Heimspiel im Bayern-Trikot traf die Klublegende in der 84. Minute zum entscheidenden 3:1 und küsste anschließend voller Emotionen das Vereinswappen.
Dann kam endlich der Moment, auf den alle gewartet hatten. Unter goldenem Konfettiregen stemmte Manuel Neuer die Meisterschale in den Münchner Nachthimmel. Feuerwerk erleuchtete die Arena, Fans lagen sich weinend in den Armen, und aus den Lautsprechern dröhnte „We Are The Champions“.
München hatte wieder einmal seine Könige. Und Vincent Kompany? Der stand lächelnd im Hintergrund, beobachtete seine feiernde Mannschaft – und wirkte, als hätte er gerade erst den Anfang einer neuen Bayern-Ära geschrieben.
