FIFA leitet Disziplinarverfahren gegen Argentinien ein: Schwere Vorwürfe nach der WM-Final-Eskalation – aber noch kein endgültiges UrteilDie FIFA hat am 29. Juli 2026 Disziplinarverfahren gegen die argentinische Fußball-Verband AFA sowie mehrere Spieler und einen Betreuer eröffnet. Der Anlass sind Vorfälle während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, insbesondere die turbulenten Szenen nach dem 0:1-Finalverlust gegen Spanien und das Zeigen eines politischen Banners. Ein endgültiges Urteil oder harte Sanktionen gegen „fünf argentinische Spieler“, wie in manchen sensationalistischen Meldungen behauptet, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht. Die Betroffenen haben Gelegenheit, Stellung zu nehmen, bevor die Disziplinarkommission entscheidet.1c1698
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Was genau wird untersucht?
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung nach dem Finalpfiff im MetLife Stadium. Spanien hatte Argentinien in der Verlängerung mit 1:0 besiegt. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten. Laut FIFA-Bericht des ernannten Disziplinar- und Ethik-Staatsanwalts stehen folgende Personen im Fokus:
Leandro Paredes: drei mutmaßliche Fälle von Tätlichkeit (Assault).
Nahuel Molina: zwei mutmaßliche Fälle von Tätlichkeit (einer vollendet, einer versucht) sowie ein Fall unsportlichen Verhaltens.
Thiago Almada: ein Fall unsportlichen Verhaltens.
Roberto Ayala (Assistententrainer): ein Fall von Tätlichkeit.
Zusätzlich läuft ein Verfahren gegen den Spanier Gavi wegen unsportlichen Verhaltens.bcc5cc
Al Jazeera
Separat wird die AFA wegen mehrerer möglicher Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarkodex untersucht: Nutzung einer Sportveranstaltung für nicht-sportliche Demonstrationen (Artikel 13), Mannschaftsfehlverhalten (Artikel 14), Diskriminierung und rassistische Beleidigungen (Artikel 15) sowie Ordnung und Sicherheit bei Spielen (Artikel 17). Dazu zählen diskriminierende Gesänge und Gesten von Fans, verspätete Anpfiffe, Verstöße gegen Sicherheitsprotokolle, das Zeigen unangemessener Botschaften und das Werfen von Gegenständen aus dem Publikum bei mehreren Spielen.d320c0
BBC
Ein zentrales Element ist das Banner „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Malvinas gehören Argentinien“), das Spieler nach dem Halbfinalsieg gegen England hochhielten. Die Falklandinseln (von Argentinien Malvinas genannt) sind seit dem Krieg 1982 ein politisches Reizthema. Die FIFA sieht darin potenziell eine politische Demonstration, die bei Sportveranstaltungen untersagt ist. Ähnliche Vorfälle hatte die FIFA bereits 2014 geahndet.ffbefd
AP News
Mögliche Strafen – und der aktuelle Stand
Nach dem FIFA-Disziplinarkodex drohen bei Tätlichkeiten mindestens drei Spielsperren pro Fall. Bei mehreren Anklagepunkten könnte Paredes theoretisch eine längere Sperre riskieren; realistische Einschätzungen liegen bei mehreren Spielen. Für unsportliches Verhalten sind kürzere Sperren oder Verwarnungen möglich. Für die AFA stehen Geldstrafen, Punktabzüge oder andere Verbandsstrafen im Raum – abhängig vom Ausgang der Verfahren. Entscheidungen werden erst nach den Stellungnahmen der Beteiligten ergehen.5ccc2e
Walesonline
Sensationelle Behauptungen, FIFA-Präsident Gianni Infantino habe nach „wochenlangem Abwägen und schockierenden Beweisen“ bereits ein „endgültiges Urteil“ vollstreckt und fünf Spieler hart bestraft, entsprechen nicht den Fakten. Die offizielle FIFA-Mitteilung vom 29. Juli spricht klar von eröffneten Verfahren und dem Recht der Betroffenen, sich zu äußern. Ein endgültiges Urteil steht aus.4e95cb
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Der Kontext der Eskalation
Argentinien hatte das Finale als Titelverteidiger erreicht, verlor jedoch nach einer harten Partie (unter anderem mit einer Roten Karte für Enzo Fernández). Die nachfolgenden Szenen überschatteten die spanische Siegesfeier. Die Malvinas-Banner-Aktion nach dem England-Spiel hatte bereits zuvor Diskussionen ausgelöst. FIFA-Präsident Infantino hatte der AFA in einem Brief zur Silbermedaille gratuliert und Professionalität gelobt – parallel dazu laufen nun die Disziplinaruntersuchungen.
Die Verfahren zeigen, wie die FIFA auf Vorfälle bei der WM 2026 reagiert: sowohl auf individuelle Aggressionen als auch auf kollektive und politische Elemente. Ob und in welchem Umfang Sanktionen folgen, bleibt abzuwarten. Bis dahin gilt: Es gibt Anklagen und Untersuchungen, aber kein vollstrecktes „endgültiges Urteil“. Die Fußballwelt beobachtet die nächsten Schritte der Disziplinarkommission genau.
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