„Diese Abwehr wird Bayern noch teuer zu stehen kommen!“ – Philipp Lahm übt nach dem knappen Sieg in Elversberg scharfe Kritik
Der FC Bayern München mag mit drei Punkten aus dem Saarland zurückgekehrt sein – die Art und Weise des 2:1-Sieges gegen den Aufsteiger SV Elversberg hat jedoch eine der größten Legenden des Vereins zutiefst besorgt zurückgelassen.
Philipp Lahm, ehemaliger Bayern-Kapitän und Weltmeister, hat überraschend deutliche Kritik an der defensiven Organisation der aktuellen Mannschaft geübt. Nach dem mühsamen Auswärtssieg hielt sich die Bayern-Ikone mit klaren Worten nicht zurück.
Ein Sieg, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet
Auf dem Papier sieht das Ergebnis akzeptabel aus. Lennart Karl brachte die Bayern in Führung, Maurice Krattenmacher glich mit einem sehenswerten Treffer aus, und Harry Kane besorgte schließlich mit seinem ersten Bundesliga-Tor der Saison den Siegtreffer. Die Leistung war jedoch alles andere als überzeugend. Die stark rotierte Elf von Vincent Kompany wirkte über weite Strecken behäbig und wurde für einen deutlichen Abwehrfehler bestraft: Josip Stanišić orientierte sich falsch und ermöglichte Krattenmacher den Raum zum Ausgleich.
Für Lahm war das kein einmaliger Ausrutscher, sondern Symptom eines tieferliegenden Problems.
Lahms klare Warnung
„Diese Abwehr wird Bayern noch teuer zu stehen kommen“, so Lahm sinngemäß. Die Bayern-Legende warnt, dass die aktuelle Defensive die notwendige Kompaktheit und das kollektive Verständnis vermissen lässt, das auf höchstem Niveau gefordert wird. Während der Angriff weiterhin Chancen herausspielt und Kane treffsicher bleibt, sieht Lahm in der Hintermannschaft derzeit die größte Schwachstelle des Klubs.
Besonders große Sorgen bereitet ihm die Abstimmung zwischen den Innenverteidigern und den Außenverteidigern – vor allem dann, wenn Gegner schnell umschalten oder einzelne Verteidiger in Eins-gegen-eins-Situationen isolieren. Lahm, der seine Karriere auf Positionsverständnis und defensive Disziplin aufgebaut hat, vermisst das „automatische“ Zusammenspiel, das die besten Bayern-Abwehrreihen einst auszeichnete.
Warum Lahms Worte Gewicht haben
Wenn Philipp Lahm über Verteidigung spricht, hören die Menschen zu. Als Spieler war er der Goldstandard intelligenten und positionell perfekten Außenverteidiger-Spiels. Seine Analysen sind selten emotional oder reißerisch – genau deshalb fällt diese ungewöhnlich scharfe Einschätzung besonders auf.
Der FC Bayern steht nach drei Spieltagen mit sieben Punkten auf Platz vier. Die Ergebnisse sind solide, die Leistungen jedoch uneinheitlich. Gegen eine gut organisierte und mutige Elversberg-Mannschaft wurde die defensive Fragilität erneut sichtbar.
Wie geht es weiter?
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Lahms Warnung ein rechtzeitiger Weckruf war oder eine Überreaktion auf einen schwierigen Auswärtstag. Mit stärkeren Gegnern und einer intensiver werdenden Champions-League-Saison kann es sich Bayern nicht leisten, weiterhin auf individuelle Klasse zu setzen, um kollektive Defizite in der Abwehr zu kaschieren.