Zidane plant Olise als kreativen Mittelpunkt seines Systems
Zinédine Zidane steht für eine Fußballphilosophie, in der technische Qualität, Spielintelligenz und individuelle Kreativität eine zentrale Rolle einnehmen. Sollte er seine taktische Struktur tatsächlich um eine klassische Zehnerposition aufbauen, könnte Michael Olise dabei eine besonders wichtige Rolle übernehmen. In einem 4-2-3-1 würde der französische Offensivspieler als zentraler kreativer Mittelpunkt hinter dem Stürmer agieren und gleichzeitig genügend Freiheit erhalten, sich in verschiedene Räume zu bewegen.
Zidane bevorzugt traditionell kreative Spieler, die nicht nur den letzten Pass spielen, sondern das gesamte Angriffsspiel beeinflussen können. Olise bringt dafür mehrere Eigenschaften mit. Besonders auffällig sind seine Übersicht, seine sogenannte „Split Vision“ und sein ausgeprägtes Gespür für freie Räume. Er kann das Tempo einer Aktion bewusst verlangsamen, den Gegner aus seiner Position locken und anschließend mit einem präzisen Pass eine völlig neue Angriffssituation erzeugen.
Eine besondere Bedeutung könnte dabei die Verbindung zwischen Olise und Kylian Mbappé bekommen. Wenn Mbappé als offensiver Zielspieler oder Stürmer agiert, könnte Olises Geduld am Ball eine entscheidende Waffe darstellen. Statt einen Pass sofort zu spielen, kann der Zehner den richtigen Moment abwarten, bis Mbappé mit seinen charakteristischen Läufen aus dem Rücken der Abwehr startet. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen Kreativität im Mittelfeld und Dynamik in der letzten Linie.
Obwohl Olise zentral beginnen würde, dürfte seine Position keineswegs statisch sein. Besonders häufig könnte er in den rechten Halbraum ausweichen. Von dort besitzt er verschiedene Möglichkeiten: Er kann nach innen ziehen, den direkten Abschluss suchen oder mit seinem starken linken Fuß einen Pass in die Tiefe spielen. Gleichzeitig kann er auch nach außen gehen und mit Tempo oder Kombinationen über die Außenbahn kommen. Seine Fähigkeit, mit beiden Füßen Aktionen einzuleiten, macht ihn für gegnerische Verteidiger schwerer berechenbar.
Diese Bewegungsfreiheit könnte auch dazu beitragen, defensive Blöcke auseinanderzuziehen. Wenn Olise zwischen den Linien auftaucht, müssen gegnerische Mittelfeldspieler entscheiden, ob sie ihn verfolgen oder ihre Position halten. Genau in solchen Situationen können Räume für Mbappé und andere Offensivspieler entstehen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Olises Bereitschaft zur Defensivarbeit. In einem modernen 4-2-3-1 reicht es nicht aus, lediglich kreativ zu sein. Der Zehner muss nach Ballverlusten reagieren, Passwege schließen und sich am Pressing beteiligen.
Olises Bereitschaft, diese Aufgaben zu übernehmen, würde ihm ermöglichen, auch ohne Ball eine wichtige Funktion innerhalb der Mannschaft zu erfüllen.
Damit könnte Zidane in Olise einen Spielmacher finden, der Kreativität, taktische Flexibilität und defensive Verantwortung miteinander verbindet. Als zentraler Zehner mit der Freiheit, in die rechten Halbräume auszuweichen, wäre Olise in der Lage, das Angriffsspiel zu lenken und gleichzeitig Verbindungen zu Mbappé und den Flügelspielern herzustellen.
Entscheidend wäre letztlich, wie Zidane diese individuellen Qualitäten in ein geschlossenes Mannschaftssystem integriert.
