Der Weg zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 begann gestern Abend mit einem wahren Drama, als sich Kolumbien in mitreißender Manier qualifizierte – angeführt von einer brillanten Vorstellung von Luis Díaz. Der Liverpool-Stürmer zeigte eine Meisterleistung in Tempo, Präzision und Kaltschnäuzigkeit, erzielte zwei Tore und bereitete ein weiteres vor beim 3:1-Sieg, der Kolumbien die sichere Teilnahme am größten Fußballturnier der Welt bescherte.
Für eine Nation, die noch immer vom Trauma der verpassten WM 2022 verfolgt wird, hatte dieses Ergebnis eine Bedeutung, die weit über den Schlusspfiff hinausging. In Bogotá, Medellín und an der Küste von Barranquilla erhellten Feuerwerke und Autohupen den Nachthimmel, während Fans in Gelb gehüllt die Rückkehr auf die globale Bühne feierten. „Das ist mehr als Fußball – es ist Stolz, es ist Erlösung“, rief ein Fan mit heiserer Stimme vom vielen Singen.
Im Mittelpunkt stand Díaz. Einst ein Junge, der barfuß auf staubigen Feldern in La Guajira spielte, ist er nun zum Symbol des kolumbianischen Aufschwungs geworden. Sein erstes Tor, ein herrlicher Schlenzer von außerhalb des Strafraums, elektrisierte das Stadion. Sein zweiter Treffer, ein Abstauber nach einem blitzschnellen Konter, unterstrich seine Entwicklung zu einem der gefährlichsten Angreifer Südamerikas.
Unterdessen stolperte Deutschland auf der anderen Seite des Atlantiks überraschend in die Qualifikation. Eine 0:2-Niederlage gegen einen entschlossenen Außenseiter ließ Fans und Experten gleichermaßen an der Ausrichtung des Teams unter dem neuen Trainerstab zweifeln. Trotz hochkarätiger Besetzung wirkte die Mannschaft im Mittelfeld träge und in der Abwehr anfällig – ein bedenklicher Auftakt für den viermaligen Weltmeister, der eigentlich alte Stärke zurückgewinnen will.
Der Kontrast zwischen kolumbianischem Jubel und deutscher Ernüchterung zeigt, wie unberechenbar der internationale Fußball sein kann. Für Kolumbien bedeutet die Qualifikation nicht nur sportlichen Erfolg, sondern auch einen Moment der Einheit für ein Land, das nach kollektiver Freude dürstet. Für Deutschland hingegen wirft die Niederlage unbequeme Fragen auf: Verläuft der Neuaufbau nach den jüngsten Enttäuschungen zu langsam? Greifen die taktischen Anpassungen nicht?
Noch sind es Monate bis zum Turnierstart, doch die Geschichten beginnen sich bereits zu formen. Kolumbien reist mit Schwung, Spielfreude und dem Selbstbewusstsein eines Teams an, das auf seinen Leitwolf Díaz bauen kann. Deutschland hingegen muss sich schnell neu sortieren, um ein erneutes frühes Scheitern zu vermeiden.
Eines ist sicher: Wenn dieser Auftakt ein Vorgeschmack ist, wird die WM 2026 alles andere als vorhersehbar.