Berlin erlebte am Samstagabend einen dieser magischen Momente, die weit über den Fußball hinausstrahlen. Unter tosendem Applaus der Fans, ehemaligen Spielern und Wegbegleitern wurde Union-Legende Urs Fischer mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Für den schweizerischen Fußballlehrer, der als unumstrittener Architekt des „Berliner Fußballmärchens“ gilt, war es ein emotionaler Höhepunkt – und für die Union-Familie ein Abend voller Gänsehaut.
Im festlich geschmückten Stadion an der Alten Försterei erhob sich das Publikum geschlossen von den Rängen, als Fischer die Bühne betrat. Viele hielten Schals, Fahnen und selbst gebastelte Plakate in die Höhe – ein Meer aus Rot und Weiß, das die tiefe Dankbarkeit symbolisierte. Vereinspräsident Dirk Zingler sprach von einem „historischen Augenblick“, der fest in die Vereinschronik eingehen werde.
„Urs Fischer hat nicht nur Spiele gewonnen, er hat Herzen erobert und Träume wahr gemacht“, sagte Zingler in seiner Laudatio. „Ohne ihn wären die europäischen Nächte an der Alten Försterei undenkbar geblieben.“
Tatsächlich führte Fischer Union in eine neue Ära. Vom Aufstieg in die Bundesliga über die erstmalige Teilnahme am Europapokal bis hin zur Champions-League-Qualifikation – Fischer verkörperte den kontinuierlichen Aufstieg des Klubs wie kein anderer. Dabei überzeugte er nie mit großen Worten, sondern mit ruhiger Konsequenz, akribischer Arbeit und einer unerschütterlichen Bodenständigkeit.
Die Fans erinnern sich noch gut an die emotionalen Momente: den Aufstieg 2019, das erste Bundesliga-Tor gegen Leipzig, die unvergessliche Europa-Reise mit Spielen gegen internationale Top-Teams. All diese Meilensteine tragen die Handschrift des Schweizers.
Sichtlich gerührt nahm Fischer die Auszeichnung entgegen. „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden“, begann er mit brüchiger Stimme. „Union war für mich immer mehr als nur Fußball. Es war ein Gefühl, eine Familie. Diese Auszeichnung gehört nicht mir allein – sie gehört uns allen.“
Die Menge antwortete mit minutenlangen Gesängen, die weit in die Nacht hinein hallten. Viele Anhänger sprachen von einem der emotionalsten Momente in der Vereinsgeschichte.
So wurde der Abend nicht nur zu einer Ehrung für einen außergewöhnlichen Trainer, sondern auch zu einer Liebeserklärung an eine Ära, die Union Berlin geprägt und auf ein Niveau gehoben hat, das vor Jahren niemand für möglich hielt.