Die Bundesliga hat schon viele Meister, Dynastien und Star-Ensembles erlebt – doch was der FC Bayern München in dieser Saison entfesselt, wirkt wie etwas völlig Neues. Nach dem 4:1-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim stehen die Münchner nun bei unglaublichen 18 Toren in nur vier Ligapartien – der beste Start in der Geschichte der Bundesliga.
Harry Kane, der 100-Millionen-Mann, zeigte einmal mehr, warum die Bayern so tief in die Tasche gegriffen haben. Mit einem eiskalten Hattrick in der PreZero Arena zerlegte der englische Torjäger die Hoffenheimer Abwehr nach Belieben. Seine Laufwege waren intelligent, sein Abschluss gnadenlos, seine Ausstrahlung die eines Stürmers, der im Rampenlicht regelrecht aufblüht. Schon jetzt steht Kane bei acht Treffern – und die Saison hat kaum begonnen.
Doch es liegt nicht nur am Kapitän der englischen Nationalmannschaft. Hinter ihm steht ein Kollektiv, das von Neu-Trainer Vincent Kompany beinahe perfekt eingestellt wurde. Der Belgier, einst als Abwehrchef bei Manchester City gefeiert, schreibt nun seine eigene Bundesliga-Geschichte. Seine Mannschaft presst unermüdlich, verschiebt mit Präzision und greift mit einer taktischen Vielfalt an, die die Gegner hoffnungslos überfordert. Wo eine Gefahr endet, beginnt sofort die nächste: Leroy Sané mit unwiderstehlichen Dribblings, Jamal Musiala mit genialen Pässen, Alphonso Davies mit unaufhaltsamen Läufen über die linke Seite.
Für den Rest der Liga ist die Botschaft erschreckend klar: Bayern ist nicht nur Favorit, sondern ein unaufhaltsamer Koloss, der Abwehrreihen in einem Tempo zerlegt, das fast grausam wirkt. Kommentatoren in ganz Deutschland sprechen von einer „Machtdemonstration“, die keinerlei Zweifel offenlässt.
Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen stehen nun vor der Mammutaufgabe, diesen rot-weißen Expresszug irgendwie aufzuhalten. Normalerweise sind die frühen Herbstwochen die Zeit, in der Bayerns Rivalen hoffen dürfen, von einer spannenden Meisterschaft zu träumen. Doch in diesem Jahr wirkt dieser Traum bereits zerbrechlich. „Wenn sie so weitermachen“, seufzte ein TV-Experte live im Studio, „reden wir bald über Rekorde, die niemand für möglich gehalten hätte.“
Für die Bayern-Fans herrscht Euphorie, für die Neutralen Staunen. Und für den Rest der Bundesliga hallt mit jeder Woche ein Gefühl lauter nach: Angst.