der Beweis, auf den jeder Bayern-Fan seit Jahren gewartet hat. Am Freitagabend gegen Luxemburg und am Montag in Belfast zeigte die deutsche Nationalmannschaft etwas, das unverkennbar war: den Herzschlag des FC Bayern in jedem Pass, jedem Zweikampf, jedem Tor.
Fünf Bayern-Spieler – Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Leon Goretzka, Aleksandar Pavlović und Serge Gnabry – bildeten in beiden Spielen das Rückgrat der DFB-Elf. Ein Anblick, der Bayern-Herzen höherschlagen ließ. Seit Jahren fordern Fans, dass Deutschland ohne eine starke bayerische Achse niemals zu alter Stärke zurückfinden könne. Jetzt liefern die Zahlen – und die Leistungen – den Beweis.
Von der ersten Minute an war die Chemie spürbar. Kimmich, der mit der Kapitänsbinde das Spiel anführte, dirigierte das Geschehen aus der Tiefe – wie ein Orchesterleiter, der jedes Detail kontrolliert. Neben ihm ackerte Goretzka unermüdlich – ein Box-to-Box-Krieger, der den „Mia san mia“-Geist in jedem Lauf verkörperte. Pavlović, der Jüngste des Quintetts, zeigte beeindruckende Reife: präzise Pässe, mutige Zweikämpfe, keinerlei Scheu vor großen Momenten.
Und dann Serge Gnabry – der wiedergeborene Flügelstürmer. Nach Monaten voller Verletzungen und Formschwächen fand er endlich zu alter Stärke zurück. Mit schnellen Läufen und eiskaltem Abschluss erinnerte er alle daran, warum er zu Deutschlands gefährlichsten Offensivspielern zählt.
Auch Jonathan Tah, der Neuzugang des FC Bayern, fügte sich nahtlos in die Münchner Spielkultur ein. Souverän, abgeklärt, kompromisslos – als hätte er schon immer in der Allianz Arena gespielt.
Und irgendwo in seinem Wohnzimmer dürfte Uli Hoeneß mit einem breiten Grinsen gesessen haben. Der Ehrenpräsident, seit Jahrzehnten der Hüter des bayerischen Einflusses im deutschen Fußball, dachte sich wohl: „Jetzt haben sie’s endlich verstanden. Ohne Bayern läuft hier gar nichts!“
Ironischerweise ist es Julian Nagelsmann, jener Trainer, der Bayern einst so schmerzhaft verließ, der diese Erkenntnis zur Nationalelf zurückbrachte. Der ehemalige FCB-Coach hat erkannt, was Deutschland stark macht: eine stabile bayerische Basis, gepaart mit Selbstvertrauen, Disziplin und Zusammenhalt.
Wenn diese beiden Spiele ein Vorgeschmack auf die Zukunft sind, dann führt Deutschlands Weg zur Wiederauferstehung – wie so oft – über München.