– Mit einer Entscheidung, die weltweit für Diskussionen sorgt, hat der Internationale Fußballverband (IFV) gestern Abend erstmals den neu geschaffenen „Goldenen Kompass“ verliehen. Die Auszeichnung soll Spieler ehren, deren Einfluss auf den Erfolg ihrer Mannschaft größer war als ihre öffentliche Wahrnehmung. Der erste Preisträger: Thomas Müller.
Die Bekanntgabe erfolgte während einer Gala in Zürich und löste unter den Gästen zunächst sichtbare Überraschung aus. Während viele Experten mit aktuellen Superstars gerechnet hatten, fiel die Wahl auf den langjährigen Bayern-Profi, der über Jahre hinweg als einer der ungewöhnlichsten und zugleich erfolgreichsten Fußballer seiner Generation galt.
In der offiziellen Begründung hob die Jury besonders Müllers Spielintelligenz hervor. „Thomas Müller hat eine Rolle geprägt, die kaum jemand vollständig erklären kann, die aber Generationen von Trainern und Spielern beeinflusst hat. Sein Verständnis von Raum, Timing und Mannschaftsdynamik war einzigartig“, erklärte Juryvorsitzender Marcel Fontaine.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Videobotschaft des jungen spanischen Weltstars Lamine Yamal. Der Offensivspieler lobte Müller als Vorbild und bezeichnete ihn als einen der am meisten unterschätzten Fußballer der vergangenen Jahrzehnte. „Viele haben auf Tricks, Geschwindigkeit oder spektakuläre Dribblings geschaut. Thomas Müller hat gezeigt, dass Fußball vor allem ein Spiel des Denkens ist“, sagte Yamal.
Vor dem Stadion des FC Bayern versammelten sich noch in derselben Nacht mehrere hundert Fans, um die Nachricht zu feiern. Einige hielten Banner mit der Aufschrift „Wir haben es immer gewusst“, während andere alte Trikots des Weltmeisters von 2014 trugen. In sozialen Netzwerken entwickelte sich der Hashtag #EndlichMüller innerhalb weniger Stunden zu einem internationalen Trend.
Auch ehemalige Mitspieler meldeten sich zu Wort. Der frühere Bayern-Kapitän Manuel Neuer erklärte in einem Interview, dass Müller über Jahre hinweg Dinge auf dem Platz gesehen habe, die anderen verborgen geblieben seien. „Er hat Räume erkannt, bevor sie überhaupt entstanden sind“, sagte Neuer.
Ob die Auszeichnung künftig jährlich vergeben wird, ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass die erste Verleihung bereits Geschichte geschrieben hat. Für viele Fußballfans markiert sie einen längst überfälligen Moment der Anerkennung für einen Spieler, dessen Einfluss weit über Tore und Vorlagen hinausging.
Und während die Debatte über die größten Fußballer aller Zeiten weitergeht, scheint sich zumindest in einem Punkt überraschend breite Einigkeit abzuzeichnen: Thomas Müller war womöglich viel mehr als nur ein erfolgreicher Spieler – er war ein Fußballphänomen.
