FIFA-Präsident Gianni Infantino sorgt mit angeblicher Entscheidung nach England–Argentinien für Aufsehen
Nur zehn Minuten nach den ersten Berichten verbreitete sich in den sozialen Medien die Nachricht rasant: FIFA-Präsident Gianni Infantino habe nach einer Überprüfung der Videoaufnahmen gemeinsam mit dem VAR-Team eine wichtige Entscheidung zum Spiel zwischen England und Argentinien getroffen. Angeblich sei er zu dem Schluss gekommen, dass Schiedsrichter Ismail Elfath während der Partie mehrere schwerwiegende Fehler begangen habe. Besonders eine umstrittene Szene, in der Lionel Messi nach einem Zweikampf mit Harry Kane zu Boden gegangen sein soll, steht im Mittelpunkt der Diskussion.
Den Behauptungen zufolge habe Infantino die strittigen Szenen persönlich analysiert und festgestellt, dass mehrere Entscheidungen des Schiedsrichters nicht den Regeln entsprochen hätten. Vor allem die angeblich übersehene Aktion zwischen Messi und Kane sorgt für hitzige Debatten. In verschiedenen Beiträgen wird behauptet, Messi habe einen Schwalbenversuch unternommen, der jedoch weder vom Schiedsrichter noch vom VAR entsprechend bewertet worden sei. Gleichzeitig wird kritisiert, dass andere Zweikämpfe im Spiel unterschiedlich beurteilt worden seien.
Bislang gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung der FIFA, dass Gianni Infantino persönlich Entscheidungen über einzelne Schiedsrichterleistungen während eines laufenden oder unmittelbar nach einem Spiel trifft. Nach den geltenden Abläufen werden Schiedsrichterleistungen in der Regel von der Schiedsrichterkommission der FIFA bewertet. Diese analysiert nach jedem Spiel kritische Szenen und erstellt interne Berichte, die zur Verbesserung der Leistungen und gegebenenfalls für spätere Konsequenzen genutzt werden.
Auch die Behauptung, Infantino habe gemeinsam mit dem VAR-Team die Szenen überprüft und anschließend eine Entscheidung getroffen, wurde bisher von keiner offiziellen Quelle bestätigt. Weder die FIFA noch andere zuständige Stellen haben bislang eine entsprechende Erklärung veröffentlicht. Deshalb sollten solche Meldungen mit Vorsicht betrachtet werden, insbesondere wenn sie sich ausschließlich auf Beiträge in sozialen Netzwerken oder nicht überprüfbare Quellen stützen.
Unabhängig davon zeigt die Diskussion erneut, wie kontrovers der Einsatz des Video Assistant Referee (VAR) im modernen Fußball bewertet wird. Während viele Fans den VAR als wichtiges Instrument zur Vermeidung klarer Fehlentscheidungen ansehen, kritisieren andere die uneinheitliche Anwendung der Regeln sowie die langen Unterbrechungen während der Spiele. Besonders bei engen Entscheidungen über Fouls, Elfmeter oder mögliche Schwalben entstehen regelmäßig hitzige Debatten unter Spielern, Trainern und Anhängern.
Sollten tatsächlich Fehler des Schiedsrichterteams festgestellt werden, ist es üblich, dass diese intern aufgearbeitet werden. In Ausnahmefällen können Schiedsrichter vorübergehend nicht für weitere Spiele nominiert werden oder zusätzliche Schulungen erhalten. Eine nachträgliche Änderung des Spielergebnisses erfolgt jedoch grundsätzlich nicht aufgrund einer fehlerhaften Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters.
Die derzeit kursierenden Berichte über eine angebliche Entscheidung von Gianni Infantino sollten daher kritisch hinterfragt werden. Bis eine offizielle Stellungnahme der FIFA oder der Schiedsrichterkommission veröffentlicht wird, bleibt unklar, ob an den Behauptungen etwas dran ist oder ob es sich lediglich um unbelegte Spekulationen handelt. Fans und Medien sollten deshalb auf verlässliche Informationen warten, bevor voreilige Schlüsse über den Spielverlauf oder mögliche Konsequenzen gezogen werden.