Spanien setzte am 19. Juli den Schlusspunkt unter eine spektakuläre Weltmeisterschaft und besiegte eine körperlich starke argentinische Mannschaft im MetLife Stadium mit 1:0 nach Verlängerung. Am Ende setzte sich die beste Mannschaft des Turniers verdient durch. La Roja ließ über die gesamten 120 Minuten keinen einzigen Schuss auf das Tor zu und erzielte den entscheidenden Treffer tief in der Verlängerung, als Ferran Torres nach einer Kopfballablage von Nico Williams eiskalt vollendete und Argentinien das Herz brach.
Vor Turnierbeginn am 11. Juni galt Spanien bei den Wettanbietern als Favorit auf den Titel. Das 1:1 zum Auftakt gegen Kap Verde sorgte jedoch dafür, dass Frankreich vorübergehend die Rolle des Topfavoriten übernahm. Spanien setzte sich später im Halbfinale zum dritten Turnier in Folge gegen Les Bleus durch und krönte sich mit dem Finalsieg gegen die Mannschaft von Lionel Messi zum zweiten Mal zum Weltmeister.
Nach dem Ende der Weltmeisterschaft sind mehrere Spieler, die bei dem Turnier überzeugten, weiterhin vereinslos. Ihre Verträge liefen bereits am 30. Juni aus. Hier sind die bekanntesten Namen und ihre möglichen nächsten Stationen.
John Stones
Für viele Beobachter kam es überraschend, dass John Stones beim englischen WM-Auftakt gegen Kroatien am 17. Juni in Dallas in der Startelf stand. Der 32-jährige Innenverteidiger hatte eine von Verletzungen geprägte Saison hinter sich und kam 2025/26 lediglich auf 13 Pflichtspieleinsätze für Manchester City. In der Premier League stand er seit November nur noch einmal in der Anfangsformation.
Manchester City verzichtete auf Vertragsgespräche und ließ den langjährigen Abwehrspieler nach zehn Jahren ablösefrei ziehen. Nationaltrainer Thomas Tuchel schenkte Stones dennoch das Vertrauen und setzte ihn sowohl gegen Kroatien als auch im Viertelfinale gegen Norwegen und im Halbfinale gegen Argentinien ein. Besonders nach der Niederlage gegen die Albiceleste geriet Stones jedoch in die Kritik, nachdem er vor dem entscheidenden Kopfballtreffer von Lautaro Martínez in der Nachspielzeit den entscheidenden Zweikampf verlor.
Der ehemalige Profi von Barnsley könnte dennoch in der Premier League bleiben. Titelverteidiger Arsenal gilt derzeit als Favorit auf eine Verpflichtung. Auch Chelsea zeigt Interesse, während Bayern München dem erfahrenen Engländer einen Neuanfang in der Bundesliga ermöglichen könnte.
Mohamed Salah
Trotz einer enttäuschenden letzten Saison bleibt Mohamed Salah eine Liverpool-Legende. Der Ägypter erzielte in neun Jahren an der Anfield Road beeindruckende 257 Tore, gewann zwei Premier-League-Titel und erreichte drei Endspiele der UEFA Champions League, von denen Liverpool eines für sich entschied.
Die Saison 2025/26 verlief allerdings schwierig. Nach mehreren kontroversen Interviews und einem Formtief beendete Liverpool den Vertrag des Offensivstars ein Jahr vor Ablauf. Dennoch zeigte Salah bei der Weltmeisterschaft, dass er weiterhin auf höchstem Niveau spielen kann.
Er traf beim 3:1-Erfolg Ägyptens gegen Neuseeland und führte die Pharaonen erstmals in ihrer Geschichte in die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft. Anschließend verwandelte er im Elfmeterschießen gegen Australien souverän seinen Versuch und spielte auch beim Achtelfinale gegen Argentinien eine Schlüsselrolle. Obwohl Argentinien nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 gewann, bewies Salah eindrucksvoll, dass er auch mit 34 Jahren noch längst nicht am Ende seiner Karriere angekommen ist.
Der türkische Spitzenklub Beşiktaş gilt aktuell als Favorit auf eine Verpflichtung. Sollte ein Wechsel nicht zustande kommen, wären auch die Saudi Pro League oder die MLS mögliche Ziele.
Riyad Mahrez
Viele Fußballfans hatten beinahe vergessen, wie außergewöhnlich Riyad Mahrez an guten Tagen sein kann. Der algerische Flügelspieler verbrachte die vergangenen drei Jahre bei Al Ahli in Saudi-Arabien, nachdem er 2023 für rund 30 Millionen Euro von Manchester City gewechselt war.
Gemeinsam mit Stars wie Ivan Toney, Roberto Firmino und Franck Kessié gewann Mahrez 2025 und 2026 zweimal in Folge die AFC Champions League. Nach dem Auslaufen seines Vertrags endet jedoch nun seine Zeit im saudischen Fußball.
Bei der Weltmeisterschaft zeigte der inzwischen 35-Jährige erneut seine Klasse. Besonders beim spektakulären 3:3 gegen Österreich überzeugte Mahrez mit zwei Treffern und führte Algerien damit in die K.-o.-Runde. Gleichzeitig wurde er zum erfolgreichsten Torschützen seiner Mannschaft bei diesem Turnier.
Als wahrscheinlichstes Ziel gilt derzeit Olympique Marseille, womit Mahrez zwölf Jahre nach seinem Abschied von Le Havre nach Frankreich zurückkehren könnte. Auch Fenerbahçe beobachtet die Situation des Routiniers aufmerksam.
