„Falsche Formation, schlechtes Coaching“ – Fábio Silva rechnet mit Niko Kovač nach Supercup-Niederlage ab
Dortmund, 22. August 2026 – Die Gelbe Wand strömte noch aus dem Signal Iduna Park, als Fábio Silva mit einem Gesicht wie ein Donnerwetter in die Mixed Zone trat. Borussia Dortmund hatte gerade den Franz-Beckenbauer-Supercup mit 1:2 gegen den FC Bayern München verloren. Silvas Treffer in der zweiten Halbzeit hatte den Fans noch kurz Hoffnung gegeben – doch es reichte nicht. Was folgte, war eines der explosivsten Nachspiel-Interviews, das ein BVB-Spieler seit Jahren gegeben hat.
Immer noch im Trikot, der SchweiĂź auf der Stirn trocknend, hielt der portugiesische StĂĽrmer nicht hinter dem Berg.
„Ich bin natürlich froh, dass ich getroffen habe“, begann Silva, die Stimme ruhig, der Blick jedoch scharf. „Aber ein Tor kaschiert nicht die echten Probleme. Wir haben von der ersten Minute an die falsche Formation gespielt. Das hat jeder gesehen. Wir waren zu offen, zu leicht zu bespielen. Bayern musste sich für seine Tore kaum anstrengen.“
Er machte eine Pause und legte noch nach.
„Das Defensiv-Coaching in dieser Woche war schwach. Wirklich schwach. Wir waren nicht organisiert. Die Abstände stimmten nicht, die Kompaktheit fehlte. Wenn man vor der Pause zwei weiche Tore gegen Bayern kassiert, dann ist in der Vorbereitung etwas kaputt. Das ist die Verantwortung des Trainers.“
Auf die Frage, ob er Niko Kovač direkt kritisiere, zögerte Silva nicht.
„Ich kritisiere die Entscheidungen, die uns das Spiel gekostet haben. Die Formation passte nicht zu den Spielern, die wir zur Verfügung hatten. Klar, Can und Schlotterbeck fehlten – aber das heißt nicht, dass man die Struktur komplett über Bord wirft. Wir brauchten mehr Balance. Stattdessen bekamen wir Chaos. Deshalb haben wir verloren.“
Der 24-Jährige, der in der 63. Minute für Serhou Guirassy eingewechselt worden war, machte deutlich, dass es sich nicht nur um Frust im Affekt handelte.
„Ich habe lange den Mund gehalten. Ich arbeite jeden Tag hart. Ich komme rein und versuche, Spiele zu drehen. Heute habe ich meinen Teil beigetragen. Aber wenn das System falsch ist und die defensive Organisation schwach, reichen Einzelaktionen nicht aus. Wir brauchen in diesen Bereichen besseres Coaching. Punkt.“
Mitarbeiter des Vereins geleiteten Silva nach diesen Aussagen schnell weg. Eine unmittelbare Reaktion des Trainerteams gab es nicht. Kovač hatte seine Pressekonferenz bereits früher absolviert und sich dabei auf die Ausfälle und die Qualität Bayerns konzentriert – ohne auf interne Kritik einzugehen.
Die sozialen Medien explodierten innerhalb weniger Minuten. Hashtags auf Deutsch und Portugiesisch begannen zu trendeln, während Fans debattierten, ob Silva eine Grenze überschritten oder endlich ausgesprochen hatte, was viele Anhänger nach einer weiteren schmerzhaften Nacht gegen die Dauer-Meister dachten.
Ob dieser öffentliche Rüffel zu einer Geldstrafe, einem internen Gespräch oder sogar zu Fragen über Silvas Zukunft beim Club führt, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Der portugiesische Stürmer hat am Eröffnungstag der neuen Saison eine klare Linie gezogen.