Scherning explodiert nach der Niederlage – „Eine Schande!“ Wiesbaden-Trainer rechnet mit Schiedsrichtern und Leverkusen-Coach ab
Unmittelbar nach dem Abpfiff in Wiesbaden kochte die Frustration über. SV Wehen Wiesbaden-Trainer Daniel Scherning nahm kein Blatt vor den Mund. In einer hitzigen Pressekonferenz nach dem Spiel legte der 41-Jährige eine scharfe Attacke gegen die DFB-Pokal-Schiedsrichter und Bayer Leverkusen-Trainer Carles Martínez hin – und machte aus einem eigentlich routinemäßigen Pokal-Aus einen der explosivsten Momente des Eröffnungsspieltags.
„Das war kein Fußball mehr“
Scherning, noch sichtlich aufgebracht, begann mit einer klaren Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Gespann.
„Ich werde hier nicht so tun, als wäre alles in Ordnung gewesen“, sagte er. „Wir haben die Entscheidungen alle gesehen. Die Härte, die 90 Minuten lang gegen uns erlaubt wurde, die Freistöße, die nur in eine Richtung gegeben wurden… Das ist eine Schande. In einem solchen Pokalspiel braucht die schwächere Mannschaft Schutz. Stattdessen haben wir genau das Gegenteil bekommen. Meine Spieler wurden getreten, festgehalten und geschubst – und der Schiedsrichter hat einfach nur danebengestanden.“
Die Drittliga-Mannschaft hatte Leverkusen in der ersten Hälfte durchaus Probleme bereitet, doch nach dem Führungstreffer von Patrik Schick kurz vor der Pause kippte die Partie. Ab diesem Moment hatte Scherning das Gefühl, dass die Schiedsrichterleistungen klar zugunsten der Gäste ausfielen.
Angriff auf Martínez
Anschließend richtete der Wiesbaden-Coach seinen Unmut gegen die Leverkusener Bank.
„Und dann steht da Carles Martínez die ganze Zeit an der Seitenlinie und beschwert sich über jeden kleinsten Kontakt. Das ist peinlich. Sein Team steckt voller Nationalspieler und Champions-League-Akteure – und trotzdem spielt er den Opferkarton. Wenn man über Respekt im Fußball reden will, dann sollte man selbst damit anfangen.“
Scherning warf dem Leverkusen-Trainer vor, „ständigen Druck auf den Schiedsrichter“ ausgeübt zu haben, und behauptete, das Verhalten der Gäste habe mehrere wichtige Entscheidungen in der zweiten Hälfte beeinflusst – als Nathan Tella und Christian Kofane weitere Tore zum 0:4-Endstand beisteuerten.
Gemischte Reaktionen
Während einige Journalisten zustimmend nickten, hoben andere die Augenbrauen angesichts der Heftigkeit des Ausbruchs. Leverkusen blieb derweil ruhig. Martínez verzichtete auf eine ausführliche Reaktion und erklärte lediglich, sein Team habe „professionell seine Arbeit erledigt“ und er habe „kein Interesse an Nachspiel-Theater“.
Für Scherning war der Abend jedoch sichtlich tief gegangen. Wiesbaden hatte auf eine Pokalsensation oder zumindest auf ein ernsthaftes Duell gegen den Bundesligisten gehofft. Stattdessen verließen sie den Platz mit dem Gefühl, sowohl geschlagen als auch benachteiligt worden zu sein.