aus Leverkusen-Coach ab
Die Stimmung nach der bitteren Niederlage des SV Wehen Wiesbaden war alles andere als entspannt. Trainer Daniel Scherning zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich enttäuscht und wütend. Statt die Partie lediglich sportlich zu analysieren, richtete sich sein Ärger vor allem gegen mehrere Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Auch gegenüber dem gegnerischen Trainer von Bayer Leverkusen fand Scherning deutliche Worte.
„So darf ein Fußballspiel nicht entschieden werden“, soll Scherning nach der Partie sinngemäß kritisiert haben. Besonders eine umstrittene Szene sorgte für Diskussionen. Aus Sicht des Wiesbaden-Trainers wurden wichtige Situationen nicht konsequent bewertet. Er habe das Gefühl gehabt, dass sein Team dadurch mehrfach benachteiligt worden sei.
„Das ist für mich eine Schande“, lautete die emotionale Einschätzung des Trainers. Scherning machte dabei deutlich, dass seine Kritik nicht als Ausrede für die Niederlage verstanden werden solle. Seine Mannschaft habe Fehler gemacht und müsse diese selbstverständlich analysieren. Gleichzeitig könne man aber nicht einfach darüber hinwegsehen, wenn Entscheidungen aus seiner Sicht einen entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf hätten.
Auch der Leverkusener Coach bekam sein Fett weg. Scherning störte sich offenbar an bestimmten Reaktionen und Aussagen von der gegnerischen Bank. Für ihn gehört zum Fußball zwar Härte und Emotion, doch einige Situationen seien aus seiner Sicht über das normale Maß hinausgegangen.
Die Partie entwickelte sich dadurch auch nach dem Schlusspfiff zu einem emotionalen Duell. Während die Leverkusener ihre Leistung und das Ergebnis feiern konnten, standen die Wiesbadener mit langen Gesichtern auf dem Platz. Scherning versuchte dennoch, seine Spieler zu schützen. Er betonte, dass die Mannschaft trotz der Niederlage Moral gezeigt habe und man sich von einem solchen Rückschlag nicht auseinanderbringen lassen dürfe.
Gleichzeitig dürfte dem Trainer bewusst sein, dass seine Mannschaft künftig vor allem sportlich Antworten liefern muss. Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen können kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, lösen aber keine Probleme auf dem Platz. Deshalb wird es für Wiesbaden entscheidend sein, die Partie sachlich aufzuarbeiten und aus den Fehlern zu lernen.
Die Aussagen von Scherning dürften dennoch für Gesprächsstoff sorgen. Gerade wenn ein Trainer nach einer Niederlage öffentlich von einer „Schande“ spricht und dabei Schiedsrichter sowie den gegnerischen Coach kritisiert, ist eine kontroverse Debatte praktisch vorprogrammiert.
Ob Scherning seine Worte später noch relativieren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Niederlage hat beim Wiesbadener Trainer tiefe Spuren hinterlassen. Seine deutliche Reaktion zeigt, wie groß die Enttäuschung über den Spielverlauf war.
Für den SV Wehen Wiesbaden gilt nun: Mund abputzen, analysieren und weitermachen. Denn die nächste Partie bietet bereits die Gelegenheit, sportlich eine Antwort zu geben. Die Diskussionen rund um Schiedsrichter und Leverkusen werden vermutlich noch einige Zeit nachwirken – doch am Ende zählen für Wiesbaden vor allem Punkte, Leistung und die richtige Reaktion auf diesen bitteren Abend.
