Die deutsche Nationalmannschaft steckt nach der überraschenden 0:1-Niederlage gegen Griechenland in einer schwierigen Phase. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Augsburg wurden zahlreiche Fragen zur Leistung des Teams laut.
Auch Jonathan Tah fand nach dem Spiel deutliche Worte.
Der Bayern-Verteidiger machte allerdings keinen einzelnen Mitspieler für die Niederlage verantwortlich. Stattdessen analysierte er die Leistung der gesamten Mannschaft kritisch. Gegenüber Sky erklärte Tah, Deutschland habe die vorhandenen Räume nicht konsequent genug genutzt und insgesamt nicht gut genug gespielt.
Besonders gegen die kompakte griechische Defensive fehlten der DFB-Elf die Ideen. Deutschland hatte zwar viel Ballbesitz, konnte daraus aber nur wenige wirklich gefährliche Situationen entwickeln. Griechenland nutzte dagegen einen Umschaltmoment und erzielte durch Dimitrios Kourbelis in der 74. Minute den entscheidenden Treffer.
Interessant ist dabei die Rolle von Yann Aurel Bisseck. Der Inter-Verteidiger erhielt gegen Griechenland erstmals einen Platz in der deutschen Startelf und überzeugte trotz der Niederlage. Tah lobte seinen Nebenmann anschließend ausdrücklich und bezeichnete dessen Leistung als gut.
Damit gibt es derzeit keinen Beleg für die Behauptung, Tah habe einen bestimmten Verteidiger öffentlich zum schwächsten Spieler erklärt oder Bundestrainer Jürgen Klopp aufgefordert, diesen aus dem Kader zu streichen.
Auch die angeblichen Aussagen über ignorierte Ratschläge lassen sich in den verfügbaren Berichten nicht bestätigen.
Tatsächlich richtete Tah seinen Blick nach der Niederlage nach vorne. Die Enttäuschung sei groß, doch die Mannschaft müsse zusammenstehen und in den kommenden Spielen eine Reaktion zeigen.
Die 0:1-Niederlage gegen Griechenland war für Deutschland zugleich historisch: Griechenland gewann erstmals überhaupt gegen eine deutsche Auswahl. Für Klopp war es die erste Niederlage als Bundestrainer.
Die angebliche Abrechnung von Jonathan Tah mit einem bestimmten Mitspieler ist damit nicht belegt. Was tatsächlich bleibt, ist eine deutliche, aber mannschaftsbezogene Kritik des Innenverteidigers – und die klare Aufgabe für das DFB-Team, sich in den nächsten Spielen zu verbessern.
