Auf der Insel wächst der Druck – und an der Säbener Straße dürfte man die Entwicklung rund um Florian Wirtz ganz genau verfolgen. Was im Sommer 2025 als spektakulärer Coup des FC Liverpool gefeiert wurde, hat sich bislang nicht zu der Erfolgsgeschichte entwickelt, die sich viele Anhänger erhofft hatten. Der deutsche Nationalspieler wechselte für eine Ablöse von zunächst 100 Millionen Pfund nach Anfield, die durch Bonuszahlungen auf bis zu 116 Millionen Pfund steigen kann.
Wirtz kam mit gewaltigen Erwartungen nach England. Bei Bayer Leverkusen hatte der Offensivspieler zuvor eindrucksvoll bewiesen, dass er Spiele mit seiner Technik, Übersicht und Kreativität prägen kann. Liverpool machte ihn deshalb zum Herzstück seiner ambitionierten Transferoffensive. Doch die erste Saison in der Premier League verlief komplizierter als erwartet.
In 33 Ligapartien kam Wirtz auf fünf Tore und drei Vorlagen. Zahlen, die angesichts der enormen Ablöse zwangsläufig für Diskussionen sorgen. Auch in der neuen Spielzeit blieb der große Durchbruch zunächst aus: Nach den ersten fünf Ligaspielen stand für ihn laut aktuellen Berichten lediglich eine Vorlage und noch kein Treffer zu Buche.
Damit ist Wirtz plötzlich in einer ungewohnten Situation. Während seine Klasse in Deutschland kaum infrage gestellt wurde, wird in England inzwischen stärker darüber diskutiert, wie optimal seine Rolle im Liverpooler System funktioniert. Die Erwartungen sind schließlich außergewöhnlich hoch – insbesondere bei einem Spieler, für den eine Ablöse von bis zu 116 Millionen Pfund vereinbart wurde.
Und genau hier kommt der FC Bayern München ins Spiel.
Die Münchner hatten bereits vor Wirtz’ Wechsel nach Liverpool großes Interesse an dem deutschen Spielmacher. Damals entschied sich der 22-Jährige jedoch für die Premier League und gegen einen Wechsel nach München. Liverpool setzte sich im Transferpoker durch und sicherte sich eines der größten Talente des deutschen Fußballs.
Aktuelle Berichte aus England besagen nun, dass Bayern die Situation des 23-Jährigen aufmerksam beobachtet. Sollte Liverpool irgendwann tatsächlich Zweifel an einer langfristigen Zusammenarbeit entwickeln, könnten die Münchner bereitstehen.
Allerdings ist ein Wechsel keineswegs beschlossene Sache. Im Gegenteil: Ein aktueller Bericht des „Münchner Merkur“ widerspricht den Spekulationen teilweise und beruft sich auf Bild-Reporter Christian Falk. Demnach gebe es derzeit keinen konkreten Vorstoß des FC Bayern und keinen geplanten Transfer.
Auch Liverpool hat offenbar momentan keinen aktiven Verkaufsplan. Wirtz besitzt einen langfristigen Vertrag und soll unter Trainer Andoni Iraola weiterhin die Gelegenheit bekommen, seine Qualitäten zu zeigen.
Für den deutschen Nationalspieler dürfte deshalb vor allem eines zählen: Konstanz. Noch ist die Geschichte in Liverpool längst nicht beendet. Wirtz hat genügend Zeit und Qualität, um die Kritiker verstummen zu lassen und seinen Platz an der Anfield Road endgültig zu finden.
Doch eines ist klar: Je länger die erhofften Leistungen ausbleiben, desto lauter werden die Diskussionen. Und sollte Liverpool tatsächlich irgendwann die Geduld verlieren, dürfte Bayern München zu den Vereinen gehören, die besonders aufmerksam hinschauen. Aus dem Traumtransfer könnte dann ein spektakuläres Transferkapitel werden – bislang allerdings nur als Szenario, nicht als konkreter Deal.
